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Urteil des Herrn Reichskommissars berührt, denn es läßt die Furcht aufkommen, daß die evangelische Mission in den deutschen Kolonien einen überaus schweren Stand haben wird!
IV.
Herr Major von Mßmanil und die evangelische Mission.^
Von Missionsinspektor Zahn.
Den Freunden evangelischer Mission wird es erfreulich sein, aus der Erklärung des Herrn von Wißmann in der „Post" zu erfahren, daß seine Äußerungen über die evangelische Mission in der Absicht gethan sind, derselben zu nützen. Ob diese Absicht erreicht ist, und auf dem gewählten Wege erreicht werden konnte, möchte allerdings zu bezweifeln sein. Lagen persönliche Ausschreitungen einzelner Missionare vor, so wäre es wohl
i) Ich drucke diesen Artikel ab wegen folgender Auslastung des Herrn v. Graven- reuth: „Im Interesse meines Vorgesetzten erlaube ich mir persönlich noch hinzuzufügen: Trotz der Versicherung desselben, in sachgemäßer Besprechung bestehenden Mängeln abzuhelfen und das Ganze fördern zu helfen, tritt oft genug Gehässigkeit gegen Herrn Major v. Wißmann zu Tage. Ich habe hierbei speciell die Veröffentlichungen des Herrn Past. Zahn in der Weser-Ztg. vom 15. Juli im Auge. Ob durch solche Äußerungen eine spätere Verständigung erleichtert wird, lasse ich dahingestellt. War aber der Zweck, Herrn Major v. Wißmann zu ärgern, so muß ich dem Herru Verfasser leider die traurige Genugthuung zugestehen, dies in so hohem Grade erreicht zu haben, daß gerade bei eintretender Genesung durch die Erregung ein neuer Fieberanfall eintrat."
Da vermutlich nur ein sehr kleiner Teil der Leser den durch Herrn v. Graven- reuth so übel charakterisierten Artikel des als Missionsinspektor doch leidlich bekannten Zahn zu Gesicht bekommen haben werden, so erforderte es die Billigkeit, ihn iu extenso mitzuteilen, damit jeder felbst beurteilen könne, ob die gegen den Verfasser erhobenen Beschuldigungen begründet seien. Wenn berufene Vertreter der evang. Mission in eine sachliche Kritik der Urteile eintreten, welche Herr v. Wißmann wider dieselbe abgegeben hat, so ist es mindestens nicht schön, ihnen „Gehässigkeit" oder gar „den Zweck, den Herrn Major zu ärgern", unterzulegen. Wir sind wohl unsrerseits berechtigt zu fragen: „ob durch solche Äußerungen eine spätere Verständigung erleichtert wird"?
Mir ist ein sehr großer Teil der Blätter, welche sich mit der in Rede stehenden Kontroverse beschäftigt haben, nämlich weit über hundert, durch die Hände gegangen; Verteidigungen der evang. Mission fanden sich wenige darunter. Einige dieser Verteidiger mögen sich nicht ganz taktvoll ausgedrückt haben, aber von „Gehässigkeit" und gar von „oft genug" zu Tage getretener Gehässigkeit gegen den Herrn Major