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Englands Weltmacht in ihrer Entwicklung vom 17. Jahrhundert bis auf unsere Tage / von Wilhelm Langenbeck
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Umfang des britischen Kolonialreichs.

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Überblicken wir die Verteilung des englischen Kolonialbesitzes in Afrika, so scheint dessen Hauptgewicht auf dem Süden und Osten des Kontinents zu beruhen, während es am Westen wenig, am Norden so gut wie gar keinen Anteil hat

VII. Kapitel. Englands heutige Weltmachtsstellung.

Wir haben dem Ausbau des englischen Kolonialreiches eine etwas eingehendere Betrachtung widmen müssen, weil in ihm die Weltmachtsstellung Englands, wie sie uns heute entgegentritt, ihren sichtbarsten Ausdruck findet. Vergegenwärtigen wir uns zu diesem Zwecke noch einmal zusammenfassend Umfang und Aus­dehnung des britischen Kolonialreiches, so tritt uns zunächst als in erster Linie ins Gewicht fallend die Tatsache entgegen, daß es mit 29,8 Millionen ^Km ^ des Festlandes der gesamten Erd­oberfläche umspannt, ja wenn wir die 3^/z Mill, i^ro. Ägyptens und des abhängigen Sudan hinzunehmen, steigert sich dieses Ver­hältnis auf ^ der festen Erdoberfläche. Der Abstand des russischen Besitzes mit seinen 22^ Mill. scheint dagegen auf den ersten Blick nicht so groß; machen wir uns aber klar, daß das britische Kolonialreich eine Bevölkerung von ungefähr 395 Millio­nen, das russische aber nur eine solche von etwa 13» Millionen zählt, so tritt uns die gewaltige Überlegenheit Englands schon dadurch deutlich vor Augen. Und gegenüber der starren Masse des asiatischen Besitzes Rußlands welche Vielseitigkeit und Mannigfaltigkeit im Kolonialreiche Englands! Große Festlands­massen, Halbinseln und Inseln in allen Zonen, in allen Welt­meeren, am dichtesten geschart um den Indischen uud Atlantischen Ozean, geben dem britischen Weltreiche eine Elastizität, wie sie dem russischen Gebiete nicht innewohnen kann. Und in wie wei­tem, bescheidenem Abstände folgen dann die andern Kolonialreiche, unter denen das Deutsche Reich mit seinem etwa ^/g des britischen Reiches umfassenden Besitz schon an dritter Stelle steht.

Mannigfaltig wie ihre 'Lage und Gestalt ist auch das po­litische Verhältnis der Kolonien zum Mutterlande; nicht zum geringsten in dieser verschiedenartigen Ausgestaltung, wie wir sie bei der Entwicklung des britischen Kolonialreiches verfolgen konnten,