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Englands Weltmacht in ihrer Entwicklung vom 17. Jahrhundert bis auf unsere Tage / von Wilhelm Langenbeck
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Ausbildung des parlamentarischen Königtums.

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III. Kapitel.

' Englands innere politische Entwicklung im 17. und 18. Jahrhundert. Die Ausbildung des angrlsächstschen NationalcharaKters.

Die Loslösung Englands von Rom bezeichnet Leopold v. Ranke (VIII, 4) als den Ausgangspunkt für die neuzeitliche innere po­litische Entwicklung Englands, indem erst diese König und Par­lament souverän machte. Wie hier beim Beginn der Neuzeit das religiöse Moment entscheidend wird für die Ausgestaltung der politischen Machtfaktoren, so tritt es uns auch in den großen Kämpfen und Umwälzungen, die England während des 17. Jahr­hunderts durchzumachen hatte, als eine der Haupttriebfedern ent­gegen. Hier nun aber wirkt es in der Tendenz einer steten Beschränkung der königlichen Macht zugunsten der Parlaments­gewalt.

Die politische und kirchliche Restauration jene auf Aus­dehnung der königlichen Prärogative bis zum Absolutismus ge­richtet, ^diese von einseitiger Begünstigung der konservativsten Richtung des englischen Protestantismus, der Hochkirche, zu offenem Übertritt zur katholischen Kirche sich steigernd sind die beiden großen Sünden des Hauses Stuart. Sie führen 1649 Karl I. auf das Schafott und bringen 1688 mit der Vertreibung des katholischen Jakob II. das Haus Stuart zum Sturz. Die beiden großen Persönlichkeiten Oliver Cromwells und Wilhelms III. von Oranien stehen an der Schwelle dieser beiden für das Haus Stuart verhängnisvollen Wendepunkte. Mit jenem tritt das Puritanertum, an sich nicht weniger engherzig und intolerant als die englische Hochkirche, als maßgebender Faktor in die poli­tische Entwicklung Englands ein. Aber, wie Cromwells feinsinniger Biograph Gardiner (S. 5) bemerkt, da seine Natur zu groß an­gelegt und sein Charakter zu tüchtig war, als daß er sich dem Idol der Männer seiner eignen Partei hätte beugen mögen, suchte er Glaubensduldung zwischen den verschiedenen Richtungen des Protestantismus herbeizuführen, eine Tat, für die Weiter­entwicklung Englands von unschätzbarer nationaler Bedeutung. Sehen wir hier von seinem Verdienst um die Hebung von Eng­lands Handel und seiner Seemacht ab, die an anderer Stelle zu