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Englands Weltmacht in ihrer Entwicklung vom 17. Jahrhundert bis auf unsere Tage / von Wilhelm Langenbeck
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Das Zeitalter der europäischen Allianzen,

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seiner Pläne und Ziele durch andere Völker handelt, zu harter Brutalität steigern. Aber dieser Zug hat die Angelsachsen zum Eroberervolke gemacht und sie doch vor Kosmopolitismus be­wahrt. Und es fehlen diesem Nationalcharakter doch auch hellere Seiten nicht, namentlich, wenn wir den Engländer als Einzel­persönlichkeit ins Auge fassen: ein großer und freier Zug der Lebens- und Weltanschauung, starke Wahrhaftigkeit, ein ausge­prägtes Dankbarkeitsgefühl gegen seine nationalen Helden,

IV. Kapitel.

Englands Aufsteigen zur Weltmacht im Kampfe gegen Spanieu, die Niederlande und Frankreich.

Die Zeit von der Mitte des 17, bis zum Beginn des 19, Jahrhunderts ist die der großen europäischen Allianzen: ein bunter Wechsel der verschiedenartigsten Kombinationen, oft kaleido­skopartig rasch sich bildend, um ebenso rasch neuen Bildungen Platz zu machen, zieht an unsern Augen vorüber. Und mannig­fach wechselnd sind auch die Motive dieser Kombinationen, Zu- .nächst tritt noch das religiöse Ringen des katholischen und pro­testantischen Prinzips in den Vordergrund jenes durch das Haus Habsburg, namentlich in seiner spanischen Linie vertreten, dieses in dem protestantischen Norden, den Niederlanden, Eng­land, Weitere Kombinationen ergeben sich aus der ländersttchtigen Politik Ludwigs XIV, Dann folgt der große Kampf um die Vorherrschaft der Häuser Habsburg und Bourbon, anknüpfend an die Aufteilung der unter spanischer Herrschaft vereinigten Gebiete, während sich im Osten das Aufsteigen der neuen slawischen Groß­macht und anderseits der Niedergang der Osmanenherrschaft voll­zieht. Neue Kombinationen hatte der sich ausgestaltende deutsche Dualismus zur Folge, in dem Preußen unter Friedrich dem Großen zur europäischen Großmacht emporstieg. Endlich erlebt das ausgehende 18, Jahrhundert die gewaltigste Umwälzung durch die französische Revolution, aus ihr geht hervor eine Kette neuer Kriege, die anheben mit den Versuchen der Revolutionshelden, ihre Ideen mit Gewalt in den Nachbarländern durchzusetzen, und die dann schließlich in die gigantischen Eroberungspläne der Napoleo­nischen Militärmonarchie auskaufen,

ANnG 17t: Lange nbeck, Englands Weltmacht, 3