ein gutes Werk für die deutsche Rultur und den deutschen Gedanken in der Welt. Wenn wir uns nicht dazu entschließen, für die Verbreitung unseres geistigen und materiellen Einflusses über See dieselben Wege zu gehen, wie Engländer, Amerikaner und Franzosen, d. h. vor allen Oingen jede verständige deutsche Schularbeit vorurteilsfrei und nachdrücklich zu unterstützen und den fremden Völkern dadurch Gelegenheit geben, unser Können und unsere Kulturelle Weltmacht auf direktem Wege Kennen zu lernen, so werden wir es auch nie zu ähnlichen Erfolgen bringen, wie unsere Konkurrenten, die früher aufgestanden sind, als wir. In Thina befinden wir uns außerdem noch in der verhältnismäßig günstigen Lage, daß wir in Tsingtau und seinem näheren Einflußbereich, der stark bevölkerten und Kultivierten Provinz Schantung, eine besonders geeignete Basis für diese Krt nationaler Kultur- Propaganda haben.
VIII.
Das MÄdckenMnlwesen des A. E. P. M. D. in Tsingtau»
Ein ganz besonderes Verdienst des Missionsvereins bildet schließlich die Tatsache, daß er in der modernen Be- einflussung des entstehenden chinesischen Mädchenbildungs- wesens die Initiative an uns Deutsche gebracht hat.
Die Gründung der im Dezember 1911 eingeweihten höheren deutsch-chinesischen Mädchenschule des S. E. p. M. v. in Tsingtau geht zurück auf einen am 4. Februar 1910 auf Einladung Ihrer Exzellenz der Frau v. Tirpitz im Keichsmarineamt zu Berlin gehaltenen vortrag des Verfassers. Dieser beschäftigte sich mit der Frage, auf welche Weise innerhalb des allgemeinen geistigen Umwandlungsprozesses, den Thina in der Gegenwart durchmacht, auch von deutscher Seite her geistige Einflüsse zur Geltung
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