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Deutschland in China voran! / von Paul Rohrbach
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der Erde findet sich außerdem ein Reservoir von billiger menschlicher Arbeitskraft, so groß wie das chinesische. Wenn wir uns vorstellen, daß ein so zahlloses, arbeitsames und von Alters her entwickeltes Volk in einem so weiten und reichen Lande in den Besitz unserer europäischen Zivilisation Kommt: daß es unserer Technik sich bemeistert. Eisenbahnen, Bergwerke und Fabriken nach europäischem Muster anlegt, eine Großindustrie bei sich schafft, sein Heerwesen und seine Flotte reformiert dann Kommt uns schon eine Ahnung da­von an, welch' eine tiefgreifende Änderung der allgemeinen lveltverhältnisse von der chinesischen Kultur- und Staats- reform in Zukunft vielleicht noch ausgehen wird; mögen im Anfang selbst noch zerrüttende Krisen die Folgen des Ke- sormanbruchs sein.

III.

Vom Wesen der MnesiMen Kultur.

Es wäre sicher eine naive Einbildung, zu denken, daß Thina im Sinne der abendländischen Kultur stark und dauernd beeinflußt werden Könne, ohne daß eine innere Auseinandersetzung mit dem Tonfucianis- mus stattfindet. Die rasche Überrennung des lllandschu- regimes durch einen von Japan und namentlich Amerika importierten oberflächlichen und materialistischen Islodernis- mus darf uns nicht zu dem Glauben verleiten, daß hiermit schon alles getan sei. um das alte Ehina zu entwurzeln. Der alte chinesische Geist ist nicht tot; er hat vor einem halben Jahrhundert in Kräftigem Aufschwung die Taipingrebellion überwunden, und er wird, sobald äußerlich ein Abschluß der Mrren erreicht ist. auch jetzt wieder seine Ansprüche und seine Kräfte für den Aufbau des neuen Ehina geltend machen. Zu dem Zweck wird er anfangen müssen, auf eine langsamere, gründlichere und svstemati-

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