VI.
Dle dentMe Mission und die geistige Umbildung CKinas.
Wer sich in den Tonfucianismus vertieft und durch Vermittelung chinesisch gebildeter Europäer oder europäisch gebildeter Chinesen auch noch etroas eigene Fühlung mit der geistigen Elite Chinas hat, der erfährt dauernd mit wachsender Bewunderung und Beschämung, wie Originale und wie hohe sittliche Werte in dem confucianischen System stecken. Allerdings darf man zu dem Zweck nicht mit den modernen japanisierten oder amerikanisierten chinesischen Auslands- studenten verkehren, sondern mit dem geistig führenden Literatentum, das China bisher regiert hat und ohne dessen aktive Teilnahme auch in der jetzt begonnenen modernisti- schen Epoche in China nichts von Dauer wird geschaffen werden Können. Allein aus den confucianischen Ideen heraus Kann China aber trotzdem nicht zu einer Regeneration gelangen, weil fo wie der Confucianismus geschichtlich erwachsen ist, ihm die inneren Beziehungen zum Geiste der westlichen Kultur, wo China nun hinein soll und mutz, fehlen. Synthese des abendländischen und des alten chinesischen Geistes zu einer fruchtbaren ethisch-Kulturellen Neubildung, das ist es, was China jetzt braucht.
von hier aus eröffnete sich auch die Notwendigkeit einer prinzipiellen Stellungnahme zur Nissionsfrage in China. Die Tätigkeit der evangelischen wie der Katholischen Mission unter den Chinesen ist überwiegend abfällig Kritisiert worden, und man muß zugeben, daß diese Kritik großenteils berechtigt war. Sie war es darum, weil bisher nur wenige Missionare imstande waren, ihre Tätigkeit im Besitz einer genügenden Vorstellung der geistigen Güter auszuüben, die in der chinesischen Kultur enthalten sind. Die Missionsarbeiter be-
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