Siegel auf die Verwerfung der Dynastie durch den Himmel bildeten und es zum großen Teil erklären, daß die Revolution so schnelle Fortschritte machte und beim Volke fast gar nicht auf inneren Widerstand stieß.
V.
Die EttnK des Confucius.
Die Uulturauffassung und die Staatslehre, so notwendig sie zum Verständnis der geistigen Eigenart Chinas sind, erschöpfen diese noch nicht. Dazu gehört vielmehr, daß wir auch mit den Prinzipien der Moral im Sinne des Klassischen Tonfucianismus etwas bekannt sind. Jedermann weiß, daß „Tonfucius" der Begründer des chinesischen Moralsvstems ist, aber die gewöhnlichen Vorstellungen der Europäer sowohl über die Person des Meisters Rung, als auch über seine Lehre sind sehr unbestimmt. ?ür gewöhnlich heißt es: Grundlage der chinesischen Sittlichkeit ist das Pietätsprinzip in seiner verschiedenartigen praktischen Aus- gestaltung, gegenüber den Eltern, dem Herrscher usw. Das ist richtig, aber die Begründung der Ethik erschöpft sich darin nicht. Seit Kurzem besitzen wir in der Arbeit des Leiters der Anstalten des Allg. Ev.-Prot. Missionsvereins in Tsingtau, Dr. K. Wilhelm: „Lun 1) ü, Gespräche des Confucius" (Jena, Eugen Viederichs, 1911), einen guten Führer zum Verständnis jener größten geistigen Autorität des Ostens. Wie wir schon bei der Erklärung des chinesischen Rulturbegriffs bemerkten, liegen die Ideale des Tonfucianismus in der geschichtlichen Vergangenheit des eigenen Volkes. Die Könige der Oschou-Zeit, über ein Jahrtausend v. Ehr., sind nicht nur die Vollender der Kultur, sondern zugleich auch in sittlicher Hinsicht als „heilige auf dem Throne" die Vorbilder und Heroen der Nachwelt ge-
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