VII.
Das SÄtulsystem des <A. E. P. M. V. in Tsingtau.
Der 51. E. p. IN. V. ist außer in China auch in Japan tätig, ja er hat seine erste Arbeit vor bald dreißig Jahren auf diesem Gebiet begonnen. Seit der Erwerbung des Schutzgebietes von Mautschou durch Deutschland sind aber fortgesetzt größere Mittel auf das Schul- und Hospitalwesen in Tsingtau verwendet worden. Daß Tsingtau eine ge- eignete Basis bildet, um von hier aus einen geistigen Einfluß auf China auszuüben, ist Klar. Natürlich wird sich ein solcher zunächst auf das Hinterland des deutschen Platzes, die Provinz Schantung und ihre Nachbargebiete, beziehen, aber gerade die sind von großer Wichtigkeit. Schantung ist die Heimat des Tonfucius und spielt seit alten Zeiten eine bedeutsame Rolle in der Entwicklung des chinesischen Geisteslebens. Beide Teile des Reiches, Nord- und Südchina, von einem Punkte aus zu beeinflussen, ist, abgesehen von der gewaltigen räumlichen Susdehnung, schon aus dem Grunde nicht möglich, weil es sich um tiefgehende Verschiedenheiten, ja um direkte Gegensätze zwischen dem Norden und dem Süden handelt, volkstum, Sprache. Charakter sind hier und dort von ganz anderer Ärt, und man Kann sagen, daß die beiden Gebiete auch politisch im Laufe der chinesischen Geschichte ebenso oft voneinander getrennt, wie miteinander vereinigt gewesen sind. Ms es sich darum handelte, für Deutschland einen Stützpunkt in Gst- asten ausfindig zu machen, hat man lange überlegt, welche Plätze hierfür in Frage Kämen. Die beiden natürlichen Eingangspforten in das Innere von China sind die Mündungen des südlichen und des mittleren Stromsvstems, des perl- flusses bei Kanton und des Jangtse bei Schanghai. Uanton gegenüber liegt bereits das englische Hongkong; in der Nähe von Schanghai, in einer den Zugang in das herz Chinas beherrschenden Stellung, hätte die internationale Eifersucht unmöglich einer einzelnen Macht die Festsetzung gestattet.
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