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Nord-Kamerun : Schilderung der im Auftrage des Auswärtigen Amtes zur Erschließung des nördlichen Hinterlandes von Kamerun 1885 - 1892 unternommenen Reisen / von Eugen Zintgraff
Entstehung
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heit Gualems von Bafut, daß er hierzu gerade Babeumeka aus­wählte. Einmal verdoppelte er damit die Anzahl seiner Mann­schaft, obschon er selbst 45000 kriegsfähige Männer allein aus seinem Dorfe ohne die Vororte aufstellen konnte, dann aber wälzte er den Bali gegenüber jede Verantwortung von sich ab für das, was außerhalb seines Dorfes geschehen war, und endlich waren wir in Babeumeka ohne jede Fühlung mit den Bali, die somit, auch wenn sie von unserer Noth gehört hätten, uns doch nicht zu Hülse eilen konnten.

Daß die Babeum stark, ja stärker als die Bafut sein sollten, war schon in Bafut mehrfach gesagt worden. Obschon wir im Augenblick uns der besten Beziehungen zu den Bifa erfreuten, konnte man doch nicht wissen, inwieweit diese einem von Babeum aus geübten Druck Stand halten würden. Es kam also darauf an, für heute sich anscheinend nachgiebig zu zeigen, um kein Mißtrauen zu erwecken. So erklärte ich den Babeum, ich be­dauerte es sehr, an Babeumeka vorbeimarschirt zu sein, indessen sei dies nicht unsere Schuld, da der Bafntführer uns im Stich gelassen habe. Geru aber würde ich die Gelegenheit wahr­nehmen, mit ihrer Hülfe uach Babeumeka zu gelangen. Heute wären ich und meine Leute zu müde, der Weg auch zu weit es sollten noch zwei Stunden sein; morgen aber in aller Frühe würde ich mich zu ihnen auf den Weg machen. Die drei Boten trauten noch nicht so recht und einer von ihnen sollte mit meiner Botschaft zurückgehen. Allein es gelang mir, sie zum Bleiben zu bewegen, indem ich ihnen Stoffe zu neuen Kriegshemden schenkte und auch noch mehr in Aussicht stellte, wenn sie alle drei morgen früh mich nach Babeumeka führen wollten. Einer von den Leuten trug übrigens einen jener be­kannten breiten, mit Leder eingefaßten Haussastrohhüte, den er, wie er meinem Dolmetscher auf Befragen mittheilte, zwei Tage weit von hier von Männern auf Pferdeu gekaust habe.

Mein Dolmetscher sowie einige der Aufseher begaben sich inzwischen an die Ausführung eines ihnen nicht gerade unange-