kehrs, welche die Hamburg Amerika-Linie traf, sich deshalb auch für Bremens Gesamtwirtschaft besser ausgezahlt hätte, bleibt bei der Vielfältigkeit der anwendbaren Gesichtspunkte zumindest sehr zweifelhaft 394 ).
e) Die Reedereien
Ohne firmen- und unternehmergeschichtliches Detail läßt sich gewiß wenig Zulängliches über die Geschichte der bremischen Reedereien berichten 395 ). Da die Bearbeitung dieses Themas jedoch großenteils aussteht, wird sich die Mitteilung einiger Beobachtungen rechtfertigen lassen, welche sich in der Entwicklung der bremischen Personenschiffahrt darboten.
Sie erstrecken sich zunächst auf den Anteil, in dem bremische Seeschiffe im Auswandererverkehr Verwendung fanden. 1834 umfaßte er 45 von insgesamt 126 Einheiten, 1845 gar 92 von 220, 1855 100 von 252, 1863 nur noch 54 von 277 und 1871 73 von 252. Nun fuhr mancher Segler, der nur einen Einsatz mit Fahrgästen ausführte, im gleichen Jahr gewiß auch noch auf anderen Routen. Andererseits beschäftigten die Unternehmer im Nordamerikaverkehr die größten und schnellsten Einheiten, und daher konnte ein Beobachter, der alle kleineren Seeschiffe außer acht ließ, in den vierziger Jahren feststellen, in Bremen seien von zehn Schiffen gewiß acht oder neun für den Personenverkehr bestimmt 3013 ). Nachdem sich 1834 von 54 bestehenden Reedereien erst 18 im Auswanderergeschäft betätigt hatten, waren es 1841 23 von 74 und 1848 sogar 45 von 93, so daß viele Beschwerden auftauchten, das Geschäft zersplittere sich in mehr Hände, als wünschenswert schien, zumal manche Kaufleute allein, um Passagiere zu verschiffen, Segler von zweifelhafter Beschaffenheit erwarben. Im Durchschnitt arbeiteten zwei Drittel der beteiligten Firmen im Fahrgastverkehr mit ein bis zwei Schiffen und stellten damit bis in die sechziger Jahre etwa zwei Fünftel der insgesamt verwandten Einheiten, dann rasch absinkend nur noch ein gutes Viertel, bis schließlich der Lloyd das Geschäft monopolisierte. Kurz nach dem Höhepunkt von 1854, als 66, d. h. zwei Drittel der bremischen Reeder mit Auswanderern zu tun hatten, schmolz der Kreis der Interessenten rasch zusammen. Während die Zahl der Firmen 1862 99, 1869 97 und 1876 infolge der Gründerkrise nur noch 66 betrug,
3M ) Gehrke, Warenhandel, S. 98 f.; Beutin, Bremen, S. 177.
3IIS ) Um im Folgenden die Aufzählung der firmen- und familiengeschichtlichen Literatur zu vermeiden, sei summarisch verwiesen auf Otto Hoever, Bremisdie Segelschiffe und ihre Reeder. In: Jb. der Brem. Gesellschaft 1929-1930, 1930, S. 10 ff.; Friedrich Prüser, Bremische Firmengeschichte. In: Brem. Jb. 46, 1959, S. 319 ff., und den Personenkatalog zu den Bremensien der SB Bremen.
30G ) Georg Behrens, Geschichte der Stadt Geestemünde, (Wesermünde) 1928, S. 34.
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