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Auf dem Missionspfade in Deutsch-Ostafrika : von Sansibar zum Kilimandscharo : Reise-Bericht gewidmet den deutschen Katholiken / von P. Theophil Schneider, C.S.Sp.
Entstehung
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V. Kapitel.

Meise nach Wen über Marangu nach Aombo. Hründung von Iischerstaot.

In Marangu bei Häuptling Mareale. Kinabo und seine Festung. Die Nvmbo. Auswahl des Plal>>< für die neue Mission. Die ersten Anfänge.

F chon nach zwei Ruhetagen griff ich wieder zum Wan- derstabe. Diesmal galt es eine Reise nach den östlichen Dschaggabezirken zu unternehmen. Pater Rohmer war von Kiboscho herübergekommen, um die Reise gemeinschaftlich mit mir zu machen. Der gute Pater besitzt nämlich eine sehr reiche Afrika­erfahrung und kennt besonders die praktischen Bedingungen, die zur Gründung einer Missionsstation erforderlich sind.

Der Weg führte uns zuerst über die Landschaft Marangu. Dieselbe untersteht dem Häuptling Mareale. Wir statten dem jetzt allmächtigen Dschaggahäuptling einen Besuch ab. Mareale war immer ein Freund der Mission und hätte gerne eine Nieder­lassung unserer Patres bei ihm gesehen. Dann Hütten doch wenigstens seine Leute ar­beiten gelernt und er würde jetzt seinen großen Hausban nicht mit Geld aufwägen müssen. Nun, was nicht ist, kann ja noch werden! Den o^ten Steinwall seiner Boma hat er niedergerissen und baut jetzt ein in großem Styl angelegtes europäisches Tropenhaus. Dieser Bau wird dem schwarzen Fürsten

wohl auf etwa 10000 Mark kommen. Meine Ochsen werden wohl daraufgehen, nicht aber meine Häuptlingsmacht," äußerte sich der Mann mir gegenüber.Mein Traum besteht eben darin, ein Haus zu haben wie du in Kilema, und dann von der Höhe der Veranda herab meinen zahlreich versammelten Wasoro (Krieger) zn sagen, das und das habt ihr zu thun." Wie gesagt, ist Mareale zur Zeit ein sehr einflußreicher Mann. Unterstehen ihm doch wenigstens mittel­bar alle Landschaften von Moschi aus bis zum äußersten Useri. Diese mächtige Stellung verdankt er seiner von jeher deutsch­freundlichen Politik.

Eine Viertelstunde weiter östlich, dicht am Wege, liegt die Militär-Ncbcnstation Ma­rangu. Feldwebel Lembke steht dort mit 22 Mann. Dank der zahlreichen, recht prak­tischen Arbeiten des genannten Feldwebels gewährt das jetzige Stationsgebäude eiueu sehr flotten Anblick. Auch der auf der rechten Seite des Weges gelegene, sorgfältig angelegte und gut bestellte Gemüsegarten macht Herrn Lembke Ehre.

In der Landschaft Mamba, die wir dann durchqueren, hat die protestantische Mission eine Niederlassung. (Dieselbe Gesellschaft hat noch eine Station in Moschi und eine in Madschame.)

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