Druckschrift 
Auf dem Missionspfade in Deutsch-Ostafrika : von Sansibar zum Kilimandscharo : Reise-Bericht gewidmet den deutschen Katholiken / von P. Theophil Schneider, C.S.Sp.
Entstehung
Seite
5
Einzelbild herunterladen
 

U o v nr o r t.

eitdem das deutsche Reich unermeßlich große Gebiete in Afrika erworben hat, lichtet sich rasch das Dnnkel, welches Jahrhundertelang über jenem großen Erdtheile lag. Mit großen Schritten ist die Kultur des Mutterlandes dort im Vormarsch.

Die Missionäre, geborene Vorkämpfer und Pioniere der Knltur, waren schon Jahrzehnte vor der weltlichen Macht dort an der Arbeit; eine mühsame Arbeit, so lauge nicht ein starker Arm ihnen Schntz lieh gegen die Gewaltthaten der arabischen Sklavenhändler, sie nicht unterstützte gegen die Anfeindungen der heidnischen Häuptlinge und Götzeupriester.

Sehr vieles ist besser geworden seit einem Jahrzehnt, und es verlohnt sich wohl, heute eiumal einen Blick zu thun in jene Gegenden, gleichsam einen Besuch zu machen bei unseren schwarzen Landsleuten. In den nachfolgenden Blättern führt nns ein Missionär aus der Genossenschaft vom hl. Geiste (etablirt in Knechtsteden bei Neuß am Rhein) von der Insel Sansibar hinüber auf das !^ deutsch-ostafrikauische Festlaud, abwechselnd durch unwirtliche Steppen, dichte Urwälder und reizende Gegenden hinauf ins Gebirge des Kilimandscharo, des höchsten Berges im deutschen Gebiete. ^ Dort finden wir seine Mitbrüder an ihrer segensreichen Arbeit; wir besuchen mit ihm die Mis- ^ siouen Windthorst in Kilema, Mariahilf in Kiboscho und wohnen der Neugrüuduug der Mission Fischerstadt in Rombo bei. Auch der Militärstation Moschi mit ihrem liebens- ^ würdigen Kommandanten Hauptmann Johannes machen nur einen Besuch.

Im Vergleich zu der großen Ausdehnung des deutschen Besitzes ist es zwar nur eiu ^kleines Stückchen Erde, welches wir besuchen wollen, aber der freundliche Leser wird seiue Freude daran haben, und sicher wird er ein warmer Freuud werden der heldenmütigen Missionäre, die dort, fern von der Heimat, mit Aufopferung ihres Lebens arbeiten an der Ausbreitung des Christentums und dem Ruhm des Vaterlandes.

Zum besseren Verständnis einige Vorbemerkungen:

Die Reise giug aus vou der Stadt Sansibar ans der Asrika vorgelagerten Insel gleichen Namens. Sansibar ist der Wohnsitz des Apostolischen Vikars für Nord-Sansibar, zu dessen Sprengel das nördliche deutsche und englische Küstenland gehören. Seit 2 Jahren gehört ^ der Bischof der deutschen Nationalität an. Msgr. Emil Allgeyer, Deutsch-Elsässer, wurde im Sommer 1897 in der Abteikirche zu Kuechtstedeu am Rhein zum Bischof geweiht.

5