Vmtes Kapitel.
Die Bewohner.
Lebensgcwohnhcitcn. — Eigenihümlichkeiten-
Sehen wir uns die Bevölkerung näher an. Noch bis vor wenigen Jahrzehnten hatten die Bremer sich, ohne erhebliche Berührung mit dem deutschen Hinterlandc, fast nur ans unv in sich selbst weiter gebildet, und so tüchtig dieser Stamm an sich war und ist, so mußte aus solcher Einzclstcllung doch eine gewisse Einseitigkeit hervorgchcn, die allen Fremden an den meisten ächten Bremern aussällt. Bei einer ost bemerkbaren Schwerfälligkeit einerseits und der damit verbundenen Schwierigkeit in wärmeres lebhafteres Verhältnis; mir Fremden zu treten, keimten aus dieser Charaktcrcigeuthümlichkeit doch manche hohe Tugenden. Mustergültiges Familienzusammcn- haltcn und wohnliche Häuslichkeit, dann auch eine unverkennbare Ehrbarkeit im Umgänge, und Milde im Urthcile über Andere sind Grundzügc des bremischen Wesens. Kaum damit vereinbar und fast unerklärlich erscheint cs und ist doch That- sache, daß man nicht leicht irgend anderswo in Deutschland eine so lose, mangclhaskcKindcrcrziehung und so viel Straßcn- »nstlg von kleinen und halbwüchsigen Knaben aus allen Ständen findet als hier. Bei dem niederen Volke mag das Schiffcr- lcben und eine sehr große, in anderer Beziehung nicht hoch