Denkmalpflege in Bremen Heft 5
Ottmar Struwe
»Anders wohnen« in ehemaligen Verwaltungs- und Schulbauten
Viele frühere Verwaltungs- und Schulbauten mit Denkmalstatus werden in letzter Zeit von staatlicher und kommunaler Seite aufgegeben, sei es aufgrund von Spar- und Verwertungs- zwängen, Effekten der Verwaltungsreform oder von sinkenden Schülerzahlen. Oft wird vom Investor eine Umnutzung einem Abriss mit nachfolgendem Neubau vorgezogen. Die in der Regel sehr solide ausgeführten öffentlichen Bauten bieten meist von der Bausubstanz her gute wirtschaftliche Voraussetzungen dazu. Nicht immer einfach gestaltet sich hingegen die Umnutzung aufgrund der räumlichen und grundrisslichen Disposition. Neben gewerblichen Nutzungen verschiedener Art kommt
durchaus auch oft eine Wohnnutzung in Betracht. Wie solche Projekte erfolgreich - auch unter Beachtung denkmalpflegerischer Belange - durchgeführt werden können, illustrieren zwei Beispiele aus Bremerhaven und Bremen.
Hauptzollamt Bremerhaven
Das Gebäude des langjährigen Hauptzollamtes Bremerhaven wurde ursprünglich am 1. Juli 1908 als Hauptzollamt zu Geestemünde in Benutzung genommen. Es lag damals direkt an der Ein- und Ausfahrt zum Freigebiet des Handelshafens an der Bahnhofsallee, der
Ehemaliges Hauptzollamt Geestemünde, Entwurfzeichnung der Hauptfassade, 1906