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Witterung.
Forstschutz.
Ftuersgesahr.
Insektenvertilgung.
Baumwanzen.
Kapitel 7.
Forstwesen, Landwirtschaft und Viehzucht.
Die Witterungsverhältnisse im Berichtsjahre waren sehr ungünstig. Zwar hatte ein relativ hoher Niederschlag im Oktober 1908 für genügende Winterfeuchtigkeit und Füllung der zahlreichen Stauweiher gesorgt, dafür folgte aber eine von Anfang Januar bis Anfang Juni dauernde Trockcnperiode mit nur 41,6 mui Regen. Wenn nun trotzdem kein Verlust entstanden ist, sondern sich das Pflanzenwachstum günstig gestaltete, so ist das neben dem rechtzeitig Anfang Juni einsetzenden Niederschlag (der Juni zeigt 102,s nun Regenmenge) dem Umstände zu danken, daß durch die aufgeforsteten Hänge eine ausreichende Wasserbindung erreicht war. So konnte dieses bisher dürrste Frühjahr ein Lehrbeispiel für die Chinesen werden, indem es gezeigt hat, daß bei einem gewissen, fortgeschrittenen Stande der Aufforstung auch langanhaltende Trockenperioden ohne Schaden überwunden werden können.
Trotz harter Strafen sind die Forstdiebstähle nicht geringer geworden.
Während des ganzen Jahres haben nur vereinzelt Waldbrände stattgefunden/ sie konnten im Entstehen erstickt werden. Die Entftehungsursache ist in allen Fällen auf unvorsichtiges Umgehen mit Feuer zurückzuführen.
Wenn auch die Kiefernspinnerplage so weit eingeschränkt ist, daß kein Stamm in den Aufforstungsflächen durch Kahlfraß zum Eingehen gebracht wurde, so verursacht der ständige Überflug von Faltern von den kußligen, halbkahl gefressenen, stark geschneidelten chinesischen Kiefernbeständen in das nahrungsreiche Forstgelände doch so viel Kosten und Arbeit, daß eine Umwandlung dieser Flächen in Laubholz dringend geboten erscheint. Man hatte schon seit Jahren erkannt, daß eine Unterdrückung des Fraßes auf diesen chinesischen Flächen unrationell ist, hatte aber trotzdem die Anordnung des Ranpensammelns so streng wie möglich durchzuführen versucht, um die Nutzung dieser Bestände auf mehrere Jahre hinaus gleichmäßig zu verteilen. Der Abtrieb großer kahlgefressener Flächen hätte eine plötzliche Bereicherung dieser sonst armen Waldgemeinden herbeigeführt, der dann auf Jahre hinaus eine Verarmung gefolgt wäre, ganz abgesehen davon, daß in dem Hiebjahre durch das verstärkte Angebot eine bedeutende Minderung des Holzwertes eingetreten wäre.
Durch die Herbstbekämpfung des Fraßes, deren Vorarbeiten in einer genauen Feststellung und Überwachung der Anflugszentren bestehen, ist es nun möglich, die Gefahr für das nächste Wirtschaftsjahr zu beheben. Wie stark aber dieser Überflug ist, ersieht man aus der großen Zahl der vernichteten Eier und Räupchen.
Die Baumwanzen sind wieder sehr stark aufgetreten. Die Schädigung der befallenen Akazien äußerte sich durch Blattabfall und ist auf die Entziehung von Baumsaft zurückzuführen. Versuche, das Insekt durch Bespritzen mit einer 5proz. Tetramulsionlösung zu bekämpfen, haben keine durchgreifende Wirkung gehabt. Das