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Gesundheitszustand.
Darmtypbus.
Ruhr und Darmkatarrh.
Blinddarm
entzündung.
Pest-
Cholera.
Kapitel 3.
Gesundheitswesen.
Der Gesundheitszustand der Zivilbevölkerung und der Besatzung zeigt gegen das Vorjahr insoweit eine Abweichung, als unter den Besatzungstruppen die Gesamtzahl der Erkrankten um 300 zugenommen hat. Diese Zunahme deutet aber nicht auf eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes hin, sondern erklärt sich aus einer Änderung der Statistik, der zufolge jetzt auch die geringfügigsten Leiden in die Statistik aufgenommen werden, sobald sie Anlaß zur Befreiung des Erkrankten auch nur von irgendeinem Teile seiner Dienstpflichten waren. Dementsprechend finden sich erhöhte Krankenziffern ganz überwiegend in den Gruppen »Krankheiten der Haut und des Zellgewebes« und »mechanische Verletzungen«
Unter den Marineteilen am Lande kamen 1 i Fälle, auf 3 Schiffen des Kreuzergeschwaders während der Liegezeit im hiesigen Hafen 7 Fälle von Darmtyphus vor. Außerdem wurden 4 von außerhalb zugereiste Zivilpersonen und eine in Tfingtau erkrankte im Gouvernementslazarett behandelt. Die Ansteckung ist bei den Schiffen aller Wahrscheinlichkeit nach in Japan erfolgt. Für die hiesigen Fälle war eine bestimmte Ansteckungsquelle nicht zu ermitteln.
In der Zahl der Erkrankungen an Ruhr und Darmkatarrh war im Berichtszeiträume wieder ein Rückgang festzustellen. An der strengen Durchführung der Vorbeugungsmaßregeln soll auch künftig festgehalten werden.
Einen Rückgang zeigen auch die Blinddarmentzündungen.
Pest und Cholera sind im Berichtsjahre nicht eingeschleppt worden, obgleich diese Krankheiten in mehreren chinesischen Häfen, u. a. in dem benachbarten Tschifu, aufgetreten sind und dort zu Ouarantänemaßnahmen geführt haben.
Im Kreise Tsimo, außerhalb des Schutzgebiets,' kam nach Schluß des Berichtszeitraums, im Oktober 1909, eine Epidemie vor, an der 80—90 Menschen gestorben sein sollten. Auf die Mitteilung der dortigen Missionsstation, die für Tfingtau, wie au anderer Stelle ausgeführt, gewissermaßen als Vorposten gegen andringende Seuchen gilt, wurde sogleich ein Marinearzt entsandt. Er konnte feststellen, daß die choleraähnliche Seuche wahrscheinlich auf dem Landwege von Tschifu eingeschleppt uuo bereits im Erlöschen war.
y Vgl. dazu den veröffentlichten Sanitätsbericht über die Krankheiten der Marine 1906/07, S. 33.
2) Vgl. Denkschrift 1907/08, S. 47, sowie oben S. 45.