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Plehn: Beiträge zur Völkerkunde des Togo-Gebietes.
Nyambo hat ein Todtenlied;
Avatime ein Fetischlied, das jedoch nur in häufiger Wiederholung des Namens des Fetisch (osumuze) besteht, in der eigenen Sprache, sonst alle Lieder in Tshi und Evhe; Nkunya, Borada Lieder in der Tshi- und der Stammessprache; Atakpame, Apafu, Santrekofi, Kebu, Akposso Lieder in der Stammes-, der Tshi- und der Evhe-Sprache; von der letzteren wird besonders der Dahomeh-Dialekt angewandt. Was die Art der Lieder betrifft, so wird ja sehr viel improvisirt, ein besonders Gescheiter sagt einen Satz, der dann von den Anderen nachgesungen und wiederholt wird. Doch giebt es auch überall feststehende Lieder, die bei gewissen Gelegenheiten stets wieder gesungen werden. Auffällig war es mir bei einzelnen derselben, dass die in ihnen enthaltenen Worte oft von den im Verkehr gebrauchten Worten abweichen. Ich ver- muthe, dass dies an dem Alter der Lieder liegt; man hat sie unverändert gelassen, während die Verkehrssprache inzwischen Wandlungen erfahren hat.
Die Lieder sind oft nur wenige, scheinbar ohne Zusammenhang neben einander gesetzte Worte, doch wissen Alle, die sie singen, was diese Worte bedeuten und verstehen sie zu erklären.
Die Erklärung weniger Silben ist oft lang. Man nimmt zum Singen aus langen Sätzen gewissermaassen nur die Stichworte heraus. Die Lieder bewegen sich fast stets in Bildern und Gleichnissen.
Bemerkungen zu der Skizze der Sprachenlagerung.
Die Skizze ist unter Benutzung der bereits vorhandenen Karten und meiner eigenen Wegeaufnahmen gezeichnet worden. Doch habe ich die einzige meines Wissens bisher vorhandene Sprachenkarte, die von Dr. Henrici (Lehrbuch der Evhe-Sprache), völlig ausser Acht gelassen. Dieselbe ist überall ganz ungenau und zum grössten Theil gänzlich falsch, daher unbenutzbar.
Auf geographische Genauigkeit kann meine Skizze keinen Anspruch machen, sie soll nur die Vertheilung der Sprachen übersichtlich darstellen.
Grundsätzlich habe ich nur die Ortschaften eingezeichnet, die ich selbst besucht habe; um die Skizze jedoch zu einer erschöpfenden zu machen, habe ich noch die Adangme - Sprachinsel im N. von Klein-Popo und die Fetischsprachinsel von Muatschä angedeutet, obwohl ich dort persönlich nicht war. Ferner sind die grossen bekannten Orte Adda, Gross-Popo, Anum und Pessi, die ich nicht besucht habe, der Übersichtlichkeit und leichteren Orientirung halber eingetragen.
Ich habe die Vermuthung ausgesprochen, dass im Laufe der Zeit alle die noch vorhandenen kleinen Sprachinseln von der Evhe- und Tshi- Sprache werden aufgesogen werden. Ich habe es unternommen, eine Grenzlinie zwischen dem Herrschgebiet beider Sprachen zu ziehen, obwohl ich