Druckschrift 
Unsere Kolonialwirtschaft in ihrer Bedeutung für Industrie und Arbeiterschaft
Entstehung
Seite
86
Einzelbild herunterladen
 

VII. Tierische Produkte.

Als tierische Produkte kommen eine große Anzahl verschiedener Artikel in Betracht, die zum Teil, wie Wolle, Felle, Häute, Federn, Hörner u. dgl., den gewerblichen Rohstoffen zuzurechnen sind, zum anderen Teil, wie lebendes Vieh, Fleisch in verschiedener Zubereitung, mittelbar oder unmittelbar zu den Nahrungsmitteln gehören. Wir haben es also hier nicht allein mit der Frage der Versorgung unserer Industrie mit Rohmaterial zu tun, sondern auch mit Fragen, die für die Volksernährung von Wichtigkeit sind.

Als wichtigstes der tierischen Rohprodukte ist die Wolle zu bezeichnen. Obwohl die Baumwolle in der Verwendung für Ge­spinststoffe in schnell steigendem Maße an Boden gewonnen hat, ist der Bedarf an Wolle infolge der starken Bevölkerungszunahme der Gesämtmenge nach kaum geringer geworden. Anderseits hat die heimische Produktion mit diesem Gleichbleiben des Bedarfs nicht Schritt zu halten vermocht. Die deutsche Landwirtschaft ist immer intensiver geworden, d. h. sie hat die Ausbeute ihres Bodens immer mehr steigern müssen, während die Erzeugung von Wolle in ge­nügender Menge und zu billigen Preisen einen extensiven Landwirt­wirtschaftsbetrieb voraussetzt. Infolgedessen ist die deutsche Schaf­zucht immer mehr zurückgegangen.

Es betrug die Zahl der im Deutschen Reiche vorhandenen Schafe:

IO.

I.

1873 .

. . . . 24 999 406

IO.

1.

1883.

.... I9189715

I.

12.

1892.

.... I3589612

I.

12.

1897 .

. . . . 10 866 772

I.

12.

1900 .

.... 9 692 501

I.

12.

1904 .

.... 7 907 173

2,

12.

1907 .

.... 7703710