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IV. Faser- (Hanf-) und Ölrohstoffe.
Ais Faserstoffe kommen vornehmlich Jute, Manilahanf und Sisalhanf in Betracht. Als Ölstoffe liefernde Pflanzen haben vor allem zu gelten Raps und Lein, die Ölpalme, deren Fruchtfleisch und Kerne Öl enthalten, die Kokospalme, bei welcher der Fruchtkern, getrocknet Kopra genannt, Öl liefert, und die Erdnuß, ein Hülsengewächs, das eigentümlicherweise seine Hülsen unter der Erde zur Reife bringt. Ferner kommen in Betracht der Sesam, eine einjährige, krautartige Pflanze, und die Baumwolle, aus deren Samen Öl gepreßt wird.
Bildet die Baumwolle den heute fast unentbehrlichen Grundstoff für diejenigen Zweige der Textilindustrie, welche für Bekleidungsstoffe aller Art Garne oder Gewebe hersteilen, so brauchen andere Zweige dieser Industrie für ihre Zwecke den Hanf oder hanfartige Stoffe. Dazu gehören vornehmlich die Tauwerk- und Netzindustrie, die Jutespinnerei und -Weberei, weiterhin auch die Papierindustrie und das Tapeziergewerbe. Die Gesamtproduktion an Hanffabrikaten dürfte einer Menge von 50 Millionen kg nahekommen.
Eine beträchtliche Menge Hanf und Hanfwerg — im Jahre 1907 waren es 59 572,7 t im Werte von 36,2 Millionen M — liefern uns Italien, Österreich-Ungarn, Rußland, Serbien und die asiatische Türkei, erheblich größere Mengen Gespinstfasern aber kommen aus kolonialen Gebieten. Im Jahre 1907 waren das 174750,2 t im Werte von 78,6 Millionen JC-. Der Gesamtaufwand für Hanf- und hanfartige Stoffe bezifferte sich demnach auf 114,8 Millionen M, denen eine Ausfuhr von 25 184,3 t im Werte von 14,1 Millionen M gegenüberstand (15 822,4 t europäischer Hanf im Werte von 9,4 Millionen M\ 9361,9 t kolonialer Hanf im Werte von 4,7 Millionen