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Deutsche Siedelung in Süd-Brasilien : ein erfolgreiches Jahrhundert deutscher überseeischer Siedelungsarbeit / von B. H. Moltmann
Entstehung
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V.

Zur Zeit der zweiten Periode der deutschen Besiedelung im Staate Rio Grande do Sul trat auch im Staate Santa Catharina eine Ausdehnung der bis dahin dort nur geringen Ansähe zu einer solchen ein. Zunächst erfuhr das alte Siede- lungsgebiet an der von der Küste nach Lages führenden Straße einen Zuwachs. Trotz der nicht gerade günstigen Ergebnisse der früheren dortigen Ansiedelungen gründete die Regierung etwa 5 Leguas von Sao Pedro d'Alcantara im Zahre 1847 mit 150 Deutschen Santa Isabel; ihre Zahl erhöhte sich 1849 auf 326, 1851 auf 412 und bis 1859 auf 500 Bewohner. Nach schwerer Ansangsarbeit rangen die Leute sich allmählich zu befriedigenden Lebensverhältnissen durch. Die Regierung ver­größerte die Niederlassung dann im Zahre 1860 noch durch 127 ehemalige Halbpachtkolonisten und legte im selben Zahre nur 1 Legua südlich von Santa Zsabel mit etwa 600 Ein­wanderern, meist Fabrikarbeitern aus Solingen und Umgegend, Theresopolis an.

Neben diesen Niederlassungen an der Lagesstrahe schuf die Regierung einen neuen Kolonialbezirk im Tale des kleinen Najahy, einem südlichen Nebenfluß des Hauptflusses gleichen Namens. Der Präsident von Santa Eatharina Araujo Brusque gründete hier mit einer Anzahl Halbpachtkolonisten, die schon seit neun Zähren in Brasilien lebten und durch Til­gung ihrer Schulden aus dem Halbpachtverhältnis einiger Fazendas bei Rio de Zaneiro frei geworden waren, im Zahre 1860 die Niederlassung Brusque. Diese schon mit den bra­silianischen Verhältnissen vertrauten Leuten gaben für die An­siedelung einen tüchtigen Grundstock, an welchem frisch aus Deutschland hinzukommende Einwanderer eine Stütze fanden, die diesen namentlich über die Anfangsschwierigkeiten hinweg-

M»ltm«nn, Deutscht Sledelung. Z