III.
Sehr stark geschädigt wurde Brasiliens Ruf als Aus- wanderungsziel ferner durch das gänzlich verfehlte Siedelungs- unternehmen der Mucury-Gesellschaft. Diese war im Jahre 1847 mit dem Zweck gegründet, eine Berkehrsverbindung zwischen Rio de Zaneiro und dem nördlichen Gebiete des großen diamant- und erzreichen Binnenstaates Minas Geraes herzustellen und zu unterhalten. Bon Rio de Zaneiro wurde ein Küstendampferdienst nach dem an der Mündung des Mucury-Flusses gelegenen Orte Sao Zofe de Porto Alegre eingerichtet, von wo die Fahrt mit kleinen Schiffen flußaufwärts bis Santa Clara fortgesetzt wurde. Eine von der Gesellschaft angelegte Straße führte von hier in 7 Tagereisen nach Philadelphia. Bon der Regierung war es der Gesellschaft in dem Subventionsvertrage vom Zahre 1850 zur Pflicht gemacht, die durch diese Straße aufgeschlossenen. Ländereien zu besiedeln. Zunächst wurden nur Kolonisten angesiedelt, die selbst die Überfahrt und die Kosten der Ansiedelung zahlten. Um eine schnellere Besiedelung zu erreichen, ging die Gesellschaft dann bald dazu über, diese Kosten vorzuschießen, und da sie auch so das gewünschte Ergebnis nicht erzielte, ließ sie sich Einwanderer vom Zentralverein in Rio de Zaneiro überweisen. Die von den Agenten der Gesellschaft zuerst angenommenen Sachsen erwiesen sich im allgemeinen als tüchtige Ansiedler, wenn auch unter ihnen bereits manche ungeeignete Leute waren. Mit der Ankunft des von den Pariser Agenten des Zentralverenis angeworbenen Gesindels traten die schlimmsten Zustände ein. Gerade diese arbeitsscheuen, arbeitsunfähigen oder trunksüchtigen Leute sahen sich in ihren Hoffnungen getäuscht, als sie in den längs der Straße nach Philadelphia sich hinziehenden Kolonien in schwerer Arbeit sich ihren Lebens-
2 *