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Deutsche Siedelung in Süd-Brasilien : ein erfolgreiches Jahrhundert deutscher überseeischer Siedelungsarbeit / von B. H. Moltmann
Entstehung
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II.

Die bereits bei Gründung des brasilianischen Reiches als eine der Grundbedingungen des wirtschaftlichen Aufschwunges anerkannte Förderung der europäischen Einwanderung wurde mehr denn je in den vierziger und fünfziger Jahren eine Lebensfrage für das Land. Die in den Mittelstaaten Rio de Janeiro und Sao Paulo in der Entwicklung begriffene Kaffee­kultur bedurfte großer Massen menschlicher Arbeitskräfte) demgegenüber erfolgte gerade um diese Zeit die gänzliche Lahmlegung der Sklavenzufuhr von Afrika. Die älteren sehr bedeutenden Plantagenwirtfchaften Brasiliens, der Zuckerrohr-, Tabak- und Kakaobau in den nördlichen Küstenstaaten gründete sich ausschließlich auf die Arbeit von Negern, die in großen Massen von Afrika eingeführt wurden. Zwar hatte sich die brasilianische Regierung im Jähre 1826 England gegenüber verpflichtet, den Sklavenhandel an der brasilianischen Küste nicht mehr zu dulden. Trotzdem dauerte er zunächst noch an, bis die englische Regierung sich im Jahre 1846 entschloß, selbst eine scharfe Überwachung der brasilianischen Küste vorzunehmen und sogar durch ihre Kriegsfahrzeuge die Sklavenschiffe aus den brasilianischen Häfen herauszuholen. War schon der Mangel an einer hinreichenden Anzahl Sklaven und der in­folgedessen für diese stark gestiegene Preis recht hemmend für den in seinen Anfängen schon bei den günstigen Bodenverhält­nissen Mittelbrasiliens sehr viel versprechenden Kaffeeanbau, so kam noch hinzu, daß sich Sklavenarbeit nicht als geeignet für die sorgfältige Pflege erwies, deren der Kaffeeanbau be­darf. Ein guter Ertrag ließ sich nur erzielen, wenn eine gewisse Anzahl Bäume einem freien Arbeiter anvertraut und seine Sorgfalt für deren Gedeihen dadurch gesteigert wurde, daß ihm selbst ein Anteil an dem Ernteergebnis zustand. Bon