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Deutsche Siedelung in Süd-Brasilien : ein erfolgreiches Jahrhundert deutscher überseeischer Siedelungsarbeit / von B. H. Moltmann
Entstehung
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I.

Die Anfänge deutscher Einwanderung und Siedelung in Brasilien gehen zurück auf die Zeit der Losreißung dieses ehemals größten portugiesischen Kolonialgebietes vom Mut­terlande und der Begründung seiner Unabhängigkeit. Bor den in Portugal einrückenden napoleonischen Heeren hatte der an Stelle seiner geisteskranken Mutter, der Königin Maria I., herrschende Prinzregent Zohann am 29. November 1807 Lissa­bon verlassen und sich mit seinem ganzen Hofstaat und der Regierung unter dem Schutze englischer Kriegsschiffe nach Brasilien begeben. Hier wurde er freudig aufgenommen und begeistert begrüßt mit den Rufen:Viva o jinpsi-aZor äo Es war die Stunde gekommen, in welcher die zu einer neuen Nation herangewachsenen Brasilianer ihr immer mächtiger sich äußerndes Drängen nach Befreiung von den politischen, geistigen und wirtschaftlichen Fesseln des portugiesischen Kolonialsystems erfüllt glaubten. Johann gewann sich die Zuneigung der Brasilianer, indem er auf ihre Wünsche einging. Rio de Zaneiro wurde Sitz der Regierung, der höchsten Stellen der Verwaltung und Zustiz; wissenschaftliche Institute wurden ge- gegründet, Freiheit des Handels und der Industrie gewährt; Brasilien wurde dem freien Verkehr aller Völker geöffnet. In einem Dekret vom 25. November 1814 forderte Johann die Angehörigen aller europäischen Staaten zur Einwanderung nach Brasilien aus und versprach ihnen Ländereien. Im Zuwachs der Bevölkerung wurde eine Grundbedingung zur Hebung und Ausnutzung der natürlichen Reichtümer des ge­segneten Landes erkannt. Es wurden durch ein ferneres Dekret vom 25. April 1818 Gelder bereit gestellt, um euro­päischen Einwanderern bei ihrer Niederlassung in Brasilien die ersten notwendigen Mittel zu gewähren.