Teil eines Werkes 
3 = [2], Teil 2 (1885) Das Flußgebiet von Kamerun : seine Bewohner und seine Hinterländer
Entstehung
Seite
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Capitel VI.

Europäer Leben in Kamerun.

(Ein Junggescllen-Hanshalt. Männliche Dienstmädchen. Zur Natur­geschichte der kleinen Negerburschen. Asricanische Küche. Einheimische '.i.ahinngsmittcl und europäische Konserven. Fleisch, Wildpret, Fische, Gemüse, Früchte. Wasser und sonstige Getränke. Geselligkeit und mangelnde Bewegungsfreiheit. Notizen über das ewig Weibliche. Die Gehälter der Kaufleute. Die Jnstruction eines für Africa enga- girten jungen Mannes. Gcldverdienst und wissenschaftliche Studien. Ewiges Einerlei ohne Abwechslung, ohne Lebensgenuß. Man versinkt in eine Art von Traumleben.)

HiittOm dem geneigten Leser das Leben und Treiben der in West- ^D^, africa wohnenden Kaufleute, Beamten und Officiere zu schildern, wähle ich als Ort der Handlung die dicht am Ufer des Flusses gelegene Woermannsche Factorei bei König Acqnas Dorf in Kamerun. Diese aus Wellenblech erbaute und bnnt an­gestrichene Factorei ist, obwohl sie den Sitz des Woermannschen Hanptagenten für das ganze Kamernngeschäft darstellt, dennoch sehr klein und kann an Wohnlichkeit nicht mit den sehr viel statt­lichern Factoreien an der Sklavenküste verglichen werden. Aber nach africanischen Sitten ist selbst in der kleinsten Hütte nicht bloß für Liebende Raum, sondern auch für einen regen Handelsverkehr und für die zu Zeiten nur allzu zahlreichen Gäste. Manche Leute wollen behaupten, daß es gesunder sein würde, auf einer der im Kamerun-Fluß verankerten Hulks als am Lande zu leben. Ich freilich halte eher das Gegenteil für richtig und möchte auch schon uni dessentwillen nicht auf einem Hulk wohnen, weil man, falls