SECHSTES KAPITEL
UNSERE AUSWÄRTIGE POLITIK
Unser großer Kriegsphilosoph und Kriegshistoriker Clause- witz hat einmal gesagt: „Die beste Strategie ist, immer recht stark zu sein; zunächst überhaupt und demnächst auf dem entscheidenden Punkt.“ Der Krieg aber ist nach Clause- witz’ richtiger Definition kein Ding an sich, sondern d i e Fortsetzung der Politik mit veränderten Mitteln. Krieg und Politik sind nur andersgeartete Ausdrucksformen desselben Prinzips: der materiellen wie der moralischen Selbsterhaltung der Völker. Es ist also nicht nur die beste Strategie, sondern die beste Politik schlechthin: recht stark zu sein; zunächst überhaupt und demnächst auf dem entscheidenden Punkte. So stark aber vermag niemand zu sein, daß er ganz für sich allein einer jeden Verbindung von Gegnern gewachsen wäre. Daher ist es die Kunst der Politik, all die Beziehungen zu andern Völkern und Staaten aufzusuchen, durch deren Pflege wir unsere eigne Stärke vermehren, die des Gegners aber verringern können.
Die neueste Geschichte hat zwei große Meister der Bündnispolitik hervorgebracht: Bismarck und Eduard VII. von Eng-
Deutschgedanke. \ I