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Der deutsche Gedanke in der Welt / Paul Rohrbach
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FÜNFTES KAPITEL

DEUTSCHLAND JENSEITS DES MEERES

Wenn wir uns den Sinn des Wortes vom deutschen Ge­danken in der Welt nach seiner räumlichen Seite hin vorzu­stellen suchen, und dabei bedenken, welch eine gewaltige Er­weiterung der nationale Gedanke bei andern Völkern durch ihre überseeische Ausbreitung erfahren hat, so ist unser erstes Empfinden das der Klage über die Verspätung Deutschlands in der Kolonisation fremder Erdteile. Die Engländer haben sich mächtige Tochternationen jenseits des Ozeans geschaffen, die Russen breiten seit Jahrhunderten ihr Volkstum über unermeß­liche Länderstrecken aus, die ursprünglich von Völkerschaften niederer Ordnung bewohnt waren, oder menschenleer dalagen, und auch die Spanier, die Portugiesen und Holländer haben große und wichtige Gebiete in transozeanischer Ferne kolonisiert und mit ihrem Menschenmaterial, ihrem Geist und ihrer Sprache erfüllt.

Dem allem gegenüber ist es kein Wunder, wenn für viele das Thema vom deutschen Kolonialwesen mit der Frage beginnt: sind denn die deutschen Kolonien wirklich ein Objekt von hinreichender Bedeutung, um ihnen innerhalb der großen Zusammenhänge unserer Volksidee eine besondere Betrachtung