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Deutschland unter den Weltvölkern : Materialien zur auswärtigen Politik / von Paul Rohrbach
Seite
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SO

Achtes Kapitel.

Wege rmd Ziele.

Der große und prinzipielle Wechsel in der politischen Weltlage, der sich seit der Festlegung der Prinzipien deutscher Politik in der Epoche Bismarcks und Kaiser Wilhelms I. vollzogen hat, läßt sich, wie wir gesehen haben, dahin zusammenfassen, daß auf der einen Seite Rußland, England und die Vereinigten Staaten von Nordamerika, wenn auch aus starker innerer Verschieden- iheit ihrer Verhältnisse heraus, so doch in äußerlich verwandter weise, sich unter den übrigen Großstaaten in besonderer weise als Welt­mächte zu entwickeln begannen, auf der anderen Seite aber wir sowohl durch das rasche Voranschreiten jener anderen als auch durch die wirtschaftliche Umwälzung im Gefolge unserer rapiden Volkszunahme aus unserer wohl gesicherten undsaturierten" Lage als dominierende mitteleuropäische Kontinentalmacht in den Zustand einer gefährlichen nationalen Krisis hineingeraten sind. Jetzt handelt es sich für uns vor allem um die Frage, ob wir uns mit aller An­spannung unserer Kräfte noch einen Platz an der Seite jener voran- eilenden Nationen erhalten, oder besser gesagt, gewinnen, ob wir uns auch fernerhin unter denjenigen Völkern behaupten können, von denen im zwanzigsten Jahrhundert und später die Weltgeschichte gemacht werden wird oder ob wir uns damit bescheiden müssen, im Konzert der Weltpolitik auf einen Platz zweiter Klasse zurückzu­treten.

wir sahen dann weiter, wie bei jenen voranschreitenden großen Weltvölkern erster Ordnung die territoriale Ausdehnung ihres Besitzes über Länder und Völkerschaften aller Produktionszonen und Klimate, über Absatzgebiete jeder möglichen Art, zugleich als Ziel und Mittel der nationalen Daseinspolitik erscheint. Nunmehr legen wir uns