Viertes Uapitel.
Die englische Weltmacht.
Unter allen Nationen, mit denen wir es bei dem Problem unserer Entwickelung zum Weltvolk und zur Weltmacht zu tun haben, ist keine von so überragender Bedeutung für uns, keine müssen wir ihrem Wesen und ihrer Entwicklungsgeschichte nach um unserer selbst willen mit so großem Eifer studieren, wie die englische. Davon, wie wir uns mit ihr einigen oder nicht einigen, hängt für absehbare Zeit mehr als von allen anderen Bedingungen unser (freilich aber auch ihr) politisches Schicksal ab.
Wie ist England aus den Weg zur Weltmacht gekommen, unjdi wie hat es diesen Weg beschritten, als es auf ihm stand? Wie verhielten sich die Ansänge seiner überseeischen jDolitik zu denen der Staaten, die vor ihm seefahrend und seegewaltig gewesen waren und eine Zeitlang aus den Meeren und jenseits der Meere mit ihm wetteiferten?
Sowohl Spanien als auch Portugal waren zu Beginn der Epoche ihrer aus Glaubenseifer und Golddurst hervorgegangenen Entdeckungen und überseeischen Erwerbungen wenig wohlhabende und verhältnismäßig menschenarme Länder; jedenfalls konnten sie sich mit Frankreich, Burgund, Deutschland, den italienischen Republiken nicht an Reichtum und zum Teil nicht einmal an Bevölkerung messen. Nach beiden Richtungen hin haben sie auch während ihrer überseeischen Glanzepoche keine Veränderung zum besseren, eher eine Verschlechterung, erlebt. Amerika und Indien forderten Menschen, und die Schätze, die sie sandten, wurden einesteils durch die spanische militärische Weltpolitik des 1 ( 6 . und (7. Jahrhunderts verzehrt, anderenteils durch die Verluste ausgewogen, die das ohnehin schwach entwickelte Gewerbe in der Heimat durch den wenn auch nach Möglichkeit gehinderten Menschenabsluß und die Ge-