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Zweites Aapitel.
Die Faktoren der äußeren Politik kis zurrt Ende des
Jahrhunderts.
Unsere politische Existenz nach dem Frankfurter Frieden erschien durch die Notwendigkeit bedingt, die Errungenschaften Preußen- Deutschlands von bis ^87^ zu behaupten, von Dänemark abgesehen, das nicht als selbständige militärische Macht, sondern nur durch seinen (späteren) verwandtschaftlichen Einfluß an mehreren europäischen Höfen in Betracht kam, waren Oesterreich und Frankreich die Gegner, auf deren Rosten das Deutsche Reich unter preußischer Führung zustande gekommen war. Daß es ^870 nicht von vornherein zu einem österreichisch-französischen Rriegsbündnis gegen uns kam, lag, von anderen weniger gewichtigen Momenten abgesehen, hauptsächlich daran, daß unsere ersten Erfolge gegen Frankreich so schnell und so entscheidend ausfielen, verstanden sich Frankreich und Oesterreich ohne weiteres gegen uns, so brauchten sie nur noch Rußland für den Beitritt zu ihrem Bündnis zu gewinnen und die von allen preußischen Staatsmännern seit Friedrich dem Großen bis auf Bismarck gefürchtete Ronstellation des siebenjährigen Rrieges war da. Daß der Rrieg um die deutsche Einheit mit Frankreich kommen würde, sah Bismarck ^866 mit vollster Deutlichkeit voraus. Für ihn kam es also beim Friedensschluß mit Oesterreich vor allen Dingen darauf an, der österreichischen Niederlage den Stachel zu nehmen, der uns den Besiegten von Röniggrätz für absehbare Zeit als unversöhnten und unversöhnlichen Gegner erhalten hätte. Ein solcher Stachel wäre es gewesen, wenn Oesterreich nach dem ursprünglichen Wunsche Rönig Wilhelms den Rest von Schlesien und einen erheblichen Teil von Deutsch-Böhmen hätte abtreten müssen. Bekanntlich hat Bismarck um dieser Sache willen die
Rohrbach, Deutschland unter den Weltoölkern.
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