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Deutschland unter den Weltvölkern : Materialien zur auswärtigen Politik / von Paul Rohrbach
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siebentes Kapitel

Amerika und der ferne Osten.

Die Vereinigten Staaten von Amerika hatten im Jahre f?90 ca. H Millionen Einwohner. f830 waren es ca. f3; f860 über 3f, f880 etwa 50 Millionen, von f880 bis heute hat sich die Bevölkerung fast verdoppelt, denn sie ist gegenwärtig auf ca. 9^ Millionen zu schätzen. Hiervon entfallen allerdings rund 9 Millionen auf die im Kriege mit Spanien eroberten abhängigen Gebiete in lvestindien, Ostasien und dem Stillen Ozean: puerto Rico, die Philippinen usw. Die eigentliche Union zählte nach dem Zensus von UOO: 76,3 Mill., U05 waren es 83,f und zurzeit werden es gegen 86 Millionen sein, davon beinahe 9 Mill. Neger und Negermischlinge und je 1/4 Mill. Indianer ünd Ostasiaten, Ehinesen ;und Japaner. Ebenso ge­waltig, wie diese Volksvermehrung ist der natürliche Reichtum der vereinigten Staaten an allem übrigen Material für die Geltend- machung weltwirtschaftlicher und weltpolitischer Ansprüche. Amerika ist in der glücklichen Lage, die Rohstoffe beinahe zu jeder nur denk­baren Güterproduktion in so überreichem Maße innerhalb seiner eigenen Grenzen zu besitzen, wie das keiner anderen Nation zuteil geworden ist. Getreide, Vieh, Eisen, Kohle, Holz, Petroleum, Baum­wolle, Gold, Silber, Kupfer, an allem hat es Ueberfluß. Das Grund­problem, um das es sich dabei handelt, ist also für die übrigen Völker dieses, ob die Vereinigten Staaten, wie es eine Zeit lang und' vielleicht auch noch jetzt den Anschein hat, sowohl mit ihren Roh­produkten als mit den daraus hergestellten industriellen Fertig- fabrikaten, namentlich aber mit diesen letzteren, dauernd als eine große Exportmacht auftreten werden, oder ob die eigene Auf­nahmefähigkeit des nordamerikanischen Volkes für die Produkte seiner