261
Karibik, den 22. Dezember 1905, Morgen bin ich wieder in Windhuk. Llnter den Briefen aus Deutschland, die während meiner Abwesenheit im Süden eingegangen sind, und die ich hierher entgegengeschickt vorfinde, ist einer, der mir ganz besonders wichtig ist, und der mich zugleich beglückt und bedrückt. Kolonialdirektor Dr. Stübel schreibt mir, daß er sich freuen würde, wenn mir die Aufgabe gestellt werden sollte, die Sache der Hilfeleistung für unser Land persönlich vor dem Reichstage zu führen. Es scheine ihm wichtig, daß außer meiner eigenen Begeisterung für die gute Sache und für Wert und Wichtigkeit der auf dem Spiele stehenden Interessen die Ergebnisse meiner südafrikanischen Reise meinem Eintreten für Südwestafrika zugute kommen würden. „Die Sache liegt jetzt in den .Bänden des neuen Äerrn Gouverneurs; es wird auch Ihre Sache sein, Ihren Anschauungen dort Geltung zu verschaffen." Das will ich tun. Ich bin glücklich, daß Dr. Stübel mir seine grundsätzliche Zustimmung ausspricht. Noch froher bin ich darüber, daß er mir zum Abschluß der peinlichen Angelegenheit mit der Foersterschen Indiskretion schreibt, daß er an meinen besten Absichten in dieser ganzen Sache nie gezweifelt habe. Wenn ich das zu dem amtlichen Bescheid auf meine Verantwortungsschrift halte, so darf ich mir sagen, daß ich mit mehr Wohlwollen, als geschehen ist, nach Lage der Dinge nicht habe behandelt werden können. Diese Sache ist also nun wirklich vergessen und begraben.
Zum Schluß des Briefes aber steht der Satz: „Wie Sie gehört haben werden, werde ich demnächst die Leitung der Kolonialabteilung niederlegen. Das Interesse an der guten und großen Sache wird mir bleiben." Da scheidet also ein Mann, dem ich von ganzem Äerzen Dank für sein Vertrauen und sein Wohlwollen schulde, womit er mich hierher gebracht, und mit dem er mich dauernd begleitet hat. Nie werde ich dessen vergessenI
Windhuk, den 23. Dezember 1905. Gestern spät angekommen und heut früh mich beim Gouverneur gemeldet. Ich habe sofort um Gelegenheit zum Vortrag über meine wirtschaftliche Studienreise nach dem englischen Südafrika gebeten, um endlich wieder etwas Positives in der Be-
»> »,»
4?« K s«v -',. ^ ^
7,.,^ »S>
s«i
tz? «
H »
^°
^ ^
Ä
!r
«- ' -
^!
»0t
'«1 ^
^
ve eil?
^5
°oc
H
?o 2t»
^ >»i sa
^
^ '«c 5°
^r?^vv»^^i-eH
^t^ , . » , 4 » - 5 U5»^1^ ^.