Windhuk, den 14. Oktober 1903. Leute vor zwei Wochen, am Abend des 30. September, mit dem Zuge von Swakopmund nach zweitägiger Eisenbahnfahrt hier angekommen und in der vorläufigen Wohnung installiert! Es ist das Pastorhaus; der Pastor ist auf Llrlaub in Deutschland, um zu heiraten. Tags darauf Meldung beim Gouverneur. Oberst Leutwein war freundlich, aber etwas zurückhaltend; die Idee der Ansiedelungskommission für Südwestafrika ist offenbar nicht vom Gouvernement in Windhuk, sondern von der Kolonialabteilung ausgegangen. Trotzdem erhielt ich sofort den Auftrag, mit der bereits bestehenden Vorkommission — Landrentmeister Junker, Baumeister Redecker, Kulturbeirat Watermeyer — zusammenzutreten und Vorschläge über die Auswahl der nicht- beamteten Kommissionsmitglieder aus der Mitte der Bevölkerung zu machen. Mein Auftrag von der Kolonialverwaltung lautete: auf Grund eingehender Studien und ausführlicher persönlicher Vereisung des Schutzgebiets und der benachbarten, ähnlich gearteten Teile Südafrikas sowohl in derSiedelungs- frage und den damit zusammenhängenden wirtschaftlichen Angelegenheiten positive Vorschläge auszuarbeiten, als auch nach Billigung dieser Vorschläge durch die Kolonialverwaltung als Beamter des Gouvernements von Südwestafrika die praktische Inangriffnahme der von mir gemachten Vorschläge zu leiten. Weiter soll zur Förderung der Arbeit eine unter meiner Leitung stehende, aus noch einem Beamten des Gouvernements und aus einigen, tunlichst nach meinen Vorschlägen auszuwählenden, erfahrenen Ansiedlern zu bildende Ansiedelungskommission eingesetzt werden. Äerr Watermeyer ist auf einer längeren Dienstreise abwesend; ich lud also die beiden anderen Herren zur Sitzung ins Pastorhaus und bat sie, als alte
Rohrbach. Aus Slldwesrafrttas schweren Tagen. 1