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Johnstonii, beleben die Landschaft, und der Turacus Livingstonii mit seinem prachtvollen, glänzenden Gefieder gehört zu den schönsten Bewohnern des Njassagebietes (35, p. 366).
In den offenen Grasländern scheinen Schlangen nicht besonders häufig vorzukommen (48, p. 10), wohl aber in den Höhen- und Regenwäldern des Gebirges (48, p. 262).
Eine große Zahl von niederen Tieren, Spinnen, Schnecken, Käfern, Fröschen, Tausendfüßlern usw. belebt den feuchten Höhenwald wie die offene Grasflur (23, p. 278), ohne jedoch größeren Einfluß auf das Landschaftsbild zu erlangen.
Einiges Interesse verdienen auch die Tiere, die Gefährten und Freunde des Menschen sind: die Haustiere. Wenn auch die Rolle, die sie im Wirtschaftsleben des Negers spielen, an anderer Stelle näher besprochen werden soll, so würde doch eine Beschreibung der Fauna des Njassagebietes, ohne ihrer Erwähnung zu tun, unvollständig sein. Die Viehzucht steht im ganzen Njassagebiet in hoher Blüte. Stattliche Herden wohlgepflegter Rinder finden auf den grasigen Fluren und Kuppen reichliche Nahrung. Aber auch Fettschwanzschafe, Ziegen, Hunde, Katzen, Hühner und Tauben gehören zu dem Viehbestand der Eingeborenen.
Kapitel VII. Die Bewohner.
Ihre Geschichte, Wirtschaft und Siedlungsweise.
(Vgl. die Karten 6—9.)
Die Besiedlungsgeschichte Afrikas berichtet von einem ständigen Wechsel, von Einwanderungen und Rückwanderungen ganzer Stämme und Völker, die langsam ansässige vertrieben, assimilierten oder umgekehrt in ihnen aufgingen. Für diese Bewegungen bildete der Njassasee ein unüberwindbares Hindernis. Seine Gestade waren auch vermöge der großen Steilheit der Randketten kaum zugänglich und lockten weniger zu dauerndem Aufenthalte. Nur das Kondeland bot günstige Lebensbedingungen. Anders die großen Hochflächen, namentlich in der weiteren- Umgebung des Sees. Sie waren vermöge ihrer großen Wegsamkeit der Schauplatz fortwährender Verschiebungen.
Uber die Ureinwohner des deutschen Njassagebietes wissen wir nichts. Im Kondelande sollen nach den Sagen der Wanjakjussa Abirema vor ihnen gesessen haben, die weder Feuer noch Hacke kannten (23, p. 302, 303). Nach den Überlieferungen der Wamahassi sei das* Livingstonegebirge noch vor kurzer Zeit unbewohntes Waldland, wenigstens in seinen westlichen Teilen, gewesen (23, p. 443). Jedenfalls scheinen die Stämme, die heute die Gestade und Landschaften des Sees bewohnen, erst vor wenigen Generationen dorthin gekommen zu sein. Ihre Traditionen berichten übereinstimmend von älteren Wohnsitzen weiter im Osten und Norden, aus denen sie durch andere, kräftigere Stämme vertrieben worden seien (23, p. 441 ff.,
302/03). Es liegt nahe, diese jüngsten Wanderungen mit den Expansionsgelüsten der Wassangu, Wahehe und Wangoni in ursächlichen Zusammenhang zu bringen, die namentlich seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts durch 'Raub- und Beutezüge ihre Nachbarn beunruhigten. Erst das kraftvolle Eingreifen der deutschen Regierung stellte Ordnung und Sicherheit her und brachte der teilweise unterdrückten, ärmlichen Bevölkerung Ruhe und Frieden. Seit der Niederwerfung des Wanjakjussa- aufstandes 1897 und der blutigen Empörung der meisten Stämme des Ssongeabezirkes 1905—1907 darf das deutsche Njassaland als vollständig pazi- liziert gelten.
Nur eine Völkerwelle, die der Ur-Bantus, hat die Gestade des Njassa berührt, und alle Stämme des deutschen Njassagebietes gehören demnach dieser einen großen Völkerfamilie an, die sich hier ziemlich rein und unvermischt erhalten hat. Eine Fülle kleiner Stämme und Stammessplitter bewohnt die Landschaften des Sees, die teils Reste größerer sind, teils sich aus Flüchtlingen der verschiedensten Herkunft zusammensetzen. Fülleborn hat nach seinen Untersuchungen folgende Einteilung der Njassaleute vorgenommen (23, p. 407, 440, 443; 35, P- 362) :
1. das grasige Bundalihochland besiedeln die Wandali, die Landschaft Urambia die Wa- rambia,