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Der Njassasee und das deutsche Njassaland : Versuch einer Landeskunde / von Gisela Frey
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der Lebensbedingungen der Pflanzen, haben eine sekundäre, von der ursprünglichen stark ab­weichende Flora ins Leben gerufen (94). Die größ­ten Eingriffe von Seiten des Negers hat sich der Wald gefallen lassen müssen. Aller Wahrschein­lichkeit nach war das Njassagebiet einst in viel größerem Maße Waldland wie heute. Reste schö­ner, alter Hochwälder in den Schluchten und Hohl­formen lassen darauf schließen, daß früher das Ma­tengohochland (z.B. 15, p. 256, 320; 26, p. 108) und die Hochfläche des Livingstonegebirges große Wäl­der vom Charakter des Höhenwaldes trugen (21, p. 438; 23, p. 428; 28, p. 316, 318, 325), die auch die Graskuppen Undalis bedeckten (35, p. 364), heute alles mehr oder weniger offene Weidegebiete. Die primitive Form des Ackerbaues, die eine rationelle Düngung des Bodens außer der durch Niederbren­nen erzielten Aschendüngung nicht kennt, zwingt den Neger, alle zwei bis drei Jahre gewöhnlich, so­bald der Boden erschöpft ist, neue Flächen unter Kultur zu nehmen. Er mordet den Wald, um Raum für Ackerland zu gewinnen. So kommt es, daß sich ansehnlichere Bestände oder kleine Parzellen dort gehalten haben, wo der Hackbau auf größere Schwierigkeiten traf. Das waren einmal solche Stellen, wo die Steilheit und, Auflösung der Hänge — z. B. in den Schluchten des Gebirges oder an der Westseite der Njassarandketten, oder aber kultur­feindlicher und ärmlicher Boden, wie ihn z. B. die Karroosedimente liefern — nicht zur Feldbestellung

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einluden. Neuerdings hat sich die Verwaltung des Waldes angenommen. Große Flächen sind im Bezirk Langenburg nicht nur für die Aufforstung reserviert, sondern zum kleinen Teil schon angepflanzt worden.

Ein ziemliches Areal dürfte von Feldern bedeckt sein. Um die Größe dieser bebauten Flächen schätzen zu können, fehlt es bisher an Material. Nach Jäger (98, p. 121) scheint die äußerste Grenze, bis zu der Kulturgewächse gedeihen, etwa bei 2400 m zu liegen. Alle Zonen darunter sind von Schamben durchsetzt. Die üblichen Negerkulturen werden gebaut. Mais, mehrere Hirsearten, Hülsen­früchte, Maniok, Bataten usw. sind im ganzen Njassagebiet vertreten. In dem warmen, regen­reichen Kondelande gedeihen in den sumpfigen Nie­derungen Reis und Zuckerrohr (23, p. 361). Die Charakterpflanze Kondes und Undalis ist die Ba­nane, die hier äußerst günstige Lebensbedingungen findet. Dem rauhen Livingstonegebirge fehlt sie fast ganz; dort in dem warmen Kondekessel große, üppige, sorgsam gepflegte Bananenhaine, hier nur vereinzelt einige, dürftige Exemplare. Dagegen eignet sich Konde wenig zum Anbau von Getreide. Die große Luftfeuchtigkeit verhindert eine gleich­mäßige Kornreife. Ganz vorzügliche Ernten geben aber die trockneren Hochländer. Besonders auf dem nördlichen Livingstonegebirge hat sich der Weizen einen hervorragenden Platz im Haushalte der Ein­geborenen zu sichern gewußt, und weite Flächen werden mit ihm bestellt.

Kapitel VI. Fauna.

Nach Matsch ie (35, Anh.) wird die Fauna der nördlichen Randlandschaften des Njassasees von den Formen der Mozambiqueküste beherrscht, d. h. unter anderen sind Moschusböckchen, Rappen­antilope, Hüftbinden-Wasserbock, rotes Rüssel­hündchen usw. für sie charakteristisch. Es ist also eine typische Steppenfauna, entsprechend der offe­nen Vegetation dieser Gebiete, in denen der Wald relativ stark gegen die Hochweiden, Grasfluren und Steppen zurücktritt. Die Tierwelt des nördlichen Njassa ist im großen ganzen arm an Arten. Größere Tiere sind infolge der dichten Besiedlung der meisten Gebiete selten. „Auffallend ist die Ab­wesenheit von Großwild und die Armut der Säuge­tierfauna überhaupt", so schreibt v. L i n d e q u i s t

(27, p. 95). Nur die Süßwasser- und Strandfauna, der der Njassa wie die übrigen Seen und Flüsse günstige Bedingungen bieten, bilden eine an Fami­lien, Gattungen und Arten reiche Lebensgemein­schaft. Auch der Wald besitzt sein besonderes Tierleben.

a. Süßwasser- und Strandfauna.

Ein reiches Tierleben entwickelt sich auf den Gewässern. Der Njassa wird von einer großen Menge von Fischen bevölkert. Sie gehören zahl­reichen Arten an. Fülleborn schätzte in einem Teile des von ihm gesammelten Materiales allein 97. Diese Mannigfaltigkeit ist nicht weiter ver­wunderlich, denn Zoo- und Phytoplankton, unter