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Der Njassasee und das deutsche Njassaland : Versuch einer Landeskunde / von Gisela Frey
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von hohen Ufern eingefaßt, die sich 4—6 m über dem Wasserspiegel befinden und auch bei Hoch­wasser nicht mehr überflutet werden. Zwischen diesen Dämmen breitet sich flache Niederung aus, die in der Regenzeit gewöhnlich unter Wasser steht und stellenweise gänzlich versumpft ist. Ein größe­res, zusammenhängendes Sumpfgebiet begleitet den unteren Mbaka auf seinem rechten Ufer. Der Mbasi, der es entwässert, stellt möglicherweise einen alten Mündungsarm des Mbaka dar. An die

Zone, die durch die aufbauende und wieder zerstö­rende Tätigkeit der Flüsse geschaffen ist, schließt sich nach dem See zu ein sandiges Uferland, das Brandungsbereich der Wogen, die hier weit auf den flachen Strand rollen. Zum Teil liegt aber auch diese Sandzone schon wieder außerhalb der eigent­lichen Küstenzone. Zwei parallele Dünenzüge be­gleiten stellenweise das Nordufer; kleine Strand­seen finden sich z. B. westlich der Mbakamiin- dung.

Kapitel IV. Das Klima. 1 )

In den Tropen ist die Frage nach genügender Wasserversorgung, die Verteilung der Regen, das geographisch wichtigste Moment — sie erwecken und fördern das organische Leben und bestimmen den Charakter der Vegetation und damit in mancher Hinsicht den der Tierwelt, sie sind von höchster Bedeutung für die Besiedlungs- und Nutzungsfähig­keit eines Gebietes —, so daß eine Darstellung des Klimas tropischer Gegenden, besonders im Rahmen einer Landeskunde, die gerade die Beziehungen der einzelnen Faktoren zueinander pflegt, in einer Dar­stellung der Niederschlagsverhältnisse gipfelt.

Der Niederschlag und seine Verteilung über die einzelnen Monate ist eine Funktion vieler zusam­menwirkender Momente. Die Erwärmung eines Gebietes bestimmt den Luftdruck, dieser wieder die Richtung und Stärke der Winde, die als'Träger atmosphärischer Feuchtigkeit im Verein mit dem Relief des Landes die Regenmenge in gewisser Weise beeinflussen und verteilen.

Die deutschen Besitzungen gehören in das Be­reich der inneren Tropenzone. Sie sind im Herzen des afrikanischen Festlandes gelegen und genießen infolgedessen die Vorzüge und Nachteile eines mehr kontinentalen Klimas. Bei geringer Breiten- und Längenentwicklung, die also auch wenig Einfluß auf die Variation der einzelnen klimatischen Fak­toren ausübt, ist die vertikale Ausdehnung eine ganz bedeutende, so daß sich hier infolgedessen mehrere Klimagürtel über- und nebeneinander schichten. Zwar gehört das ganze Gebiet nach dem jährlichen Gang von Temperatur, Wind und Niederschlag zum indischen Klimatypus, aber die charakteristischen Merkmale desselben sind nur in großen Zügen er­

kennbar (35, p. 357; 84, p. 4; 85, p. 218). Das wechselnde Relief — der Gegensatz zwischen Land und meerähnlichem Binnensee, zwischen Graben­rand und -sohle — modifizieren ihn in merklicher Weise und schaffen hier zwei Gebiete, deren Klima in mannigfacher Hinsicht voneinander verschieden ist, auf der einen Seite das der Hochebenen, auf der anderen das des Grabenbeckens mit seinen Rändern.

Temperatur.

Wie Ivo hl sc hütter dargelegt hat (25, p. 21 ff., Tab. IX), besitzt das Njassagebiet gegen­über der Küste eine positive Temperaturanomalie. Trotzdem zeichnen sich die Randlandschaften des vSees vermöge ihrer durchweg hohen Lage über dem Meeresspiegel durch relativ niedrige Tagestempe­raturen aus, während der See mit seiner Küsten­ebene — dem unteren Kondeland wie den Stationen am See selbst — unter hohen Temperaturen zu leiden hat:

l ) Vgl. die Kalten im Anhang.

Station

1901 bis 1910 (reduziert auf 10 Jahre)

h

Jahr

Juli

Nov.

mittlere Jahres- Schwankung

Rutenganio . . Neu-Langenburg Tandala . . .

1150 m 1510 „ 2014 „

19-5° 17.3°

14-3°

16.4 0 I5.0° 11.4°

22.2° 20.2° l6.8°

5-8°

5-2°

54°

Dazu nicht reduziert Stationen am See und im Shiretal:

Station

h

Jahr

Juli

Nov.

mittlere Tahres- schwankting

Ikombe'). . . Nkata 2 ) . . . Fort Johnson .

481 m etwa 500 „ „ 480 „

23.8 0

23.2° 23.9 0

20.6 0 18.9°

20.I 0

26.2° 26.3° 28.1°

5-6° 74° 8.0 0

*) Für die deutschen Stationen vgl. 28, 63, 70, 88 und 79 Anhang.

2 ) Für die englischen Stationen vgl. 30, 59, 61, 62, 64, 66, 69.