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Der Njassasee und das deutsche Njassaland : Versuch einer Landeskunde / von Gisela Frey
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sehen Njassagebietcs verbanden sich auch geogra­phische Schilderungen der durchzogenen Hochländer.

Augenblicklich hat der Geologe Kirsch- stein wieder den Njassa aufgesucht; doch stehen die Ergebnisse seiner Forschungsreise noch aus.

Während unsere Kulturarbeit\sich auf das deut­sche Njassagebiet naturgemäß im großen ganzen beschränkte, ist das britische Westufer Schauplatz eifriger Bestrebungen, die auf die weitere wissen­schaftliche und damit wirtschaftliche Erschließung der englischen Kolonie hinarbeiten. Seitdem England 1891 seine Oberhoheit über das britische Zentral­afrika-Protektorat (seit 1907 Britisch-Njassaland ge­nannt) proklamiert hatte, und bald darauf in Zomba ein „Scientific - Department" eingerichtet worden war, begann die Kartierungsarbeit des „War Office" und Hand in Hand damit die geologische Durchfor­schung und Aufnahme einzelner, besonders wirt­schaftlich wertvoller Distrikte. Die Berichte und Kärtchen dieser „Mineral Sürvey", die kürzlich auch in zusammenfassender Darstellung erschienen sind, liefern wichtige Parallelen zu den Unter­suchungen unserer deutschen Geologen (29, p. 189 ff.). Das meteorologische Beobachtungsnetz, dessen Zentrale sich in Zomba befindet, ergänzt in hervorragender Weise die zahlreichen, z. T. lang­jährigen Beobachtungen, die im deutschen Njassa­gebiet unter der Kontrolle der Hauptwetterwarte zu Daressalam stehen.

Auch in Portugiesisch - Ostafrika ist einiges

wenige geschehen. Das Njassagebiet ist hier von der Regierung an eine englische Gesellschaft, die „Companhia do Nyassa", verpachtet worden, der naturgemäß an einer wirtschaftlichen Erschließung liegen muß. Geologen dieser Gesellschaft sollen auch im Njassaland gearbeitet haben (1, p. 108), und Major S p i 1 s b u r y , der in ihrem Auftrage im Jahre 1900 die wirtschaftlichen Grundlagen einer portugiesischen Njassabahn untersuchte, gehört zu den wenigen, die uns Kunde dieser Gebiete gebracht haben. 1 ) Zwar sind schon seit langer Zeit katholi­sche und evangelische Missionare in Portugiesisch- Njassaland tätig; doch scheinen — wenigstens soweit mir bekannt ist - sich keine wissenschaft­lichen Forschungen geographischer Natur an ihre Arbeit zu knüpfen.

Eine Fülle von Material, in Büchern, Zeit­schriften und Kartenwerken (siehe Schluß des Literaturverzeichnisses a—e) niedergelegt, das seit Jahrzehnten durch die Tätigkeit von Wissen schaft, Mission und Verwaltung geschaffen worden ist, vermag es also sehr wohl, uns ein Bild der geo­graphischen Beschaffenheit eines fern gelegenen Landstriches, des reich gesegneten Njassagebiet es. zu geben. Eine solche geographische Darstellung des deutschen Njassalandes hat H a n s M e y er in seinem „Deutschen Kolonialreich" (35) bereits ge­geben als Teil einer wissenschaftlichen Landes­kunde des großen Schutzgebietes Deutsch-Ost­afrika.

Kapitel II. Aufbau und Bodengestalt. 2 )

(Njassaland, ein Teil des zentralafrikanischen Kontinentalsockels. Allgemein morphologischer Charakter, Aufbau und morphologische Entwicklungsgeschichte.)

Das Innere des afrikanischen Kontinents wird von einer gewaltigen Hochfläche eingenommen, die nur durch eine Reihe großer, gewöhnlich meridional verlaufender Grabenzonen Gliederung erhalten hat. An ihren tiefsten Stellen werden diese Senkungs­felder von ausgedehnten Wasseransammlungen be­deckt. Zu diesen Grabenseen gehört auch der Njassa. Sein Nordende geht in Tiefland über, das zunächst allmählich auftaucht, dann aber nach Nor­den rasch an Höhe zunimmt und nach dem Rukwa- see und der Ruahaebene durch einen Riegel vulkani­scher Massen abgeschlossen wird. Sein Südende teilt sich in zwei Zipfel, zwischen denen das Gneis-

Granitmassiv der Livingstonia-Halbinsel weit in den See hinein vorspringt. Auch hier heben sich südlich dieser beiden Buchten langsam Tiefebenen aus den Wassern hervor. Während das Flachland der westlich gelegenen nur keilförmig in das Nenopla- te.au eingreift — wie dieser Teil des zentralafrikani­schen Hochlandes lokal genannt wird —, setzt sich das andere, östliche weit nach Süden als breites, ebe­nes Tal fort, das auf seinem Boden die seichte Wanne des Pamalorhbesees birgt und in seiner gan-

') Mir waren die Untersuchungen leider nicht zugänglich. '-') Vgl. die orographischc Übersichtskarte 2.

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