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Deutsch-Ostafrika : Geschichte der Gesellschaft für deutsche Kolonisation, der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft und der Deutsch-Ostafrikanischen Plantagengesellschaft / nach den maßgebenden Quellen von J. Wagner
Entstehung
Seite
116
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Sechster Abschnitt.

Die gesessschust für deutsche Kolonisation m'5 zur Verschmelzung mit dem Deutschen Rotoniatuerein.

Das Einvernehmen der Gesellschaft für deutsche Kolonisation mit dem Deutschen Kolonialverein erfuhr vorübergehend eine Trübung dadurch, daß dieser die Beteiligung au dem von jener angeregten Allgemeinen deutschen Kongresse ablehnte. In der Vorstandssitzung vom 29. April 1886 zu Karlsruhe wurde zunächst Fabri damit betraut, die Forderungen des Deutschen Kolonialvereins der Gesellschaft für deutsche Kolonisation und dem Centralverein für Handels­geographie mitzuteilen und mit ihnen zu verhandeln. Da keine Einigung erzielt wurde, lehnte der Deutsche Kolonialverein in der dritten, zugleich der letzten Sitzung der Delegiertenkonferenz am 8. Juni seine Beteiliguug am Kongresse ab,weil, wie die Kolonialpol. Korr. vom 12. Juni 1886 mitteilte, ihm der Vorsitz bei der Eröffnung des Kongresses und das Präsidium des ersteu Tages, welche er für sich beanspruchte, von den übrigen Vereinen nicht zugestanden werden konnten, und weil seine zweite Forderung, daß zur Zulassung von An­trägen an das Plenum des Kongresses stets Einstimmigkeit erforderlich sein solle, ebenfalls abgelehnt werden mußte." Nebenher lief eine ziemlich gereizte Preß­fehde, auf die ich nicht weiter eingehe. Dr. Peters seinerseits erklärte in einer Zuschrift an die Nationalzeitung (6. Juni) unter anderm:Ich hoffe aufrichtig, daß bei gutem Willen von beiden Seiten auch jetzt noch ein Ausgleich der be­stehenden oder vermeintlichen Differenzen gefunden werden wird, und werde jedeu Schritt in dieser Richtung nach Kräften unterstützen, damit in Zukunft Einheit an Stelle von Streitigkeiten trete, von denen letzten Endes Vorteil ziehen aus­schließlich die Gegner der deutschen Kolonialbewegung daheim und die Feinde des Reiches in der Fremde."

Eiustweilen blieb diese Hoffnung unerfüllt. So setzten die beiden ver­bündeten Vereinigungen, der Centralverein für Handelsgeographie und die Gesellschaft für deutsche Kolonisation, allein die vorbereitenden Arbeiten fort, wobei es ihnen gelang, außer einer Anzahl namhafter Deutscher des Auslandes den deutschen Schulverein für eine Beteiligung am Kongresse zu gewinnen; auch der Kongostaat sagte unter dem 3. August zu. Im folgenden gebe ich einen kurzen Überblick über die Verhandlungen des Kongresses nach dem von der Schriftleitung herausgegebenen Bericht.