Achtes Kapitel.
In Saluafaka, der deutschen Kohlenstation.
Kohlenstationen teils ohne Kohle, teils ohne Station. — Schlechtes politisches Gedächtnis der Samoaner. — Annehmlichkeiten Sa- luafatas. — Etwas vom Kraken und andern leibhaftigen Seeungeheuern. — Mann über Bord.
Wenn im Winter der Nordostpassat unregelmäßig wird und anfängt in heftigen Böen über die Inseln hin zu blasen, pflegt es den Schiffen im Apiaer Hafen nicht mehr ganz geheuer zumute zu sein. Dieser sogenannte Hafen zeichnet sich vor allem dadurch aus, daß er gegen die während der Hälfte des Jahres vorherrschenden Winde keinen Schutz gewährt und die vor Apia zu Anker liegenden Schiffe unbarmherzig der starken Dünung aussetzt, die von draußen über das Riff in die flache Bucht eindringt und drinnen einen höchst ungemütlichen Zustand der Unruhe und der Rastlosigkeit des Wassers schafft, den der deutsche Seemann mit dem englischen Wort „swell" zu bezeichnen pflegt. Die englischen Schiffe, die während der schlechten Jahreszeit hier zu bleiben haben, pflegen die Gastfreundschaft der Amerikaner in Anspruch zu nehmen, die bekanntlich in Pago-Pago auf Tutuila den einzigen wirklich guten Hafen Samoas besitzen, und den deutschen Kreuzern bleibt nichts anderes übrig, als bei aufkommendem schlechten Wetter entweder draußen zu kreuzen oder nach Saluafata zu gehen, unserer berühmten Kohlenstation in Atua, dem östlichen Bezirk Upolus. Mit