Drittes Kapitel.
Ein Sonntag.
Einzelne Kirchgänger im Sonntagsstaat. — Samoanische Pferde. — Morgen im Busch. — Ein idyllischer Badeplatz. — Die „Durchbrecher des Himmelsgewölbes".
Schon mit Sonnenaufgang war der kleine Samoaner, der bei mir die Stelle eines Hausjungen und Laufburschen versieht, in mein Schlafzimmer getreten, hatte an dem Gestell des Moskitonetzes leise gerüttelt und die Meldung gebracht, das Pferd stände zum Ausritt gesattelt im Garten bereit. Natürlich war ich wieder eingeschlafen, oder doch in jenen Halbschlummer verfallen, der eigentlich das beste vom ganzen Schlafen ist. Da weckten mich mit einemmal von neuem die herrlichsten Töne, als ob im Faust die Osterglocken erklängen und die frohlockenden Chöre die Auferstehung des Herrn jauchzend verkündeten. Ich sprang sofort aus dem Bett uud lief, die Quelle dieser unerwarteten musikalischeil Morgendarbringung zu entdecken: Es war Sonntag und die Eingeborenen hatten sich zum Frühgottesdienst versammelt in den zahlreichen Kirchen der Stadt, von denen eine der stattlichsten unmittelbar neben meinem Gasthof steht. Gleich nach Sonnenaufgang fangen die guten Samoaner an mit ihren Betübungen und Gesängen. Die Kirche ist wie alle Häuser hier offen, und wenn sie auch im europäischen Stil gebaut ist, weist sie doch so viele niedrige Seitenfenster auf, daß man von außen ganz bequem den Hergang drinnen
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