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vi-. v. Lindequist.
zucht und die bei der Ausreise zum Siedlungsgebiet und Auswahl des Wohnplatzes zu beobachtenden hygienischen Grundsätze zusammengestellt werden. Dieselben werden den für eine weiße Besiedelung in Frage kommenden Bezirksämtern in einer größeren Anzahl von Exemplaren zwecks Verteilung an die bereits ansässigen Ansiedler und vor allem an die Neu-Ankömmlinge übergebeu werden. Es stellte sich nämlich bei der Bereisung heraus, daß die kleineren und weniger belesenen Ansiedler den „Tropenpflanzer" und den „Pflanzer" entweder nicht halten oder nicht imstande sind, aus den Aufsätzen bei der Fülle des Stoffes das für sie Wichtige zu entnehmen, und daß daher eine kurze und mundgerechte Darstellung erwünscht erscheint.
0. Bereifung der südlichen Hochländer Deutsch- Ostafrikas.
Reiseweg.
Der zweite Teil der Reise dauerte vom 23. Januar bis 14. April 190S und führte die Kommission (welche inzwischen einige ihrer Mitglieder aus dienstlichen Gründen hatte wechseln müssen) zuerst mit der Zentralbahn aus dem Bezirk Daressalam in den von Morogoro, dann über Kilossa auf der Karnwanenstraße zum großen Ruaha in den Bezirk Jringa. Die im Vergleich mit den Hochgebieten im Süden der Kolonie kleinen Gebirgsstöcke Uluguru und Rubeho (Jdunda) wurden unberücksichtigt gelassen, um mit der verfügbaren Zeit auszukommen.
Im Bezirk Jringa wurde nach dem Durchmarsch durch das Tiefland des Lukossetals am 4. Februar das Plateau von Uhehe erstiegen, am 6. die Station Jringa erreicht. Zwölf Tage wurden von hier aus zur Besichtigung der wertvollsten Hoch- und Tiefländer benutzt, am 18. Februar der Weitermarsch angetreten, in Teilexpeditionen durch Uhehe, Ubena, bezw. Ussangu und Mbejera nach dem Bezirk Langenburg marschiert, in dessen Hauptstation die Kommissionsmitglieder am 9. bis 13. März wieder zusammentrafen. Besichtigungen der näheren und ferneren Umgebung füllten die nächsten Tage aus, bis am 17. März die Fahrt über den Njassa auf dem deutschen Dampfer „Hermann v. Wißmann" angetreten wurde. Vom 20. bis 30. März ging die Reise mit Flußdampfer, auf Karawanenstraßen und per Bahn durch Britisch Nvassa-Land (früher Britisch Zentralafrika genannt), wobei Gelegenheit zu zweitägigem Aufenthalt an den Hauptplätzen Zomba und Blanture gewonnen werden konnte. Die Rückreise