Britisch- und Deutsch-Ostafrika als Siedlungsgebiet sür Europäer. 17
weg günstigen Eindrucks, den die Ansiedler selbst mit ihren blühenden Kindern machten, erscheint der Schluß erlaubt, daß die infektiösen Krankheiten sich zwar ungünstig gestalten können, daß sie aber bei einsichtsvoller individueller Gesundheitspflege und bei umsichtiger, mit genügenden Mitteln arbeitender, sozialer Hygiene abgewehrt und bekämpft werden können.
Alles in allem ist die Kommission zu der Überzeugung gelangt, daß trotz der Vorsicht und abwartenden Stellung der Regierung bei den auf den Hochländern ansässigen Weißen mit ganz verschwindenden Ausnahmen der feste Glaube besteht, daß dieselben für sie und ihre Nachkommen klimatisch günstige Siedlungsgebiete bilden, und daß sie in Britisch-Ostafrika ein geeignetes Feld für ihre Arbeit und guten Verdienst finden können. Die Einwanderung nimmt infolgedessen auch beständig zu, namentlich in großer Zahl von holländisch-burischen Familien aus Südafrika. Kurz vor Eintreffen der Kommission waren erst wieder 250 Familien angelangt und auf den Hochländern nordöstlich des Victoria-Sees angesiedelt, weitere größere Trecks stehen nach Angabe des Gouverneurs bevor.
L. Bereifung der Nordgebiete Deutsch-Ostafrikas.
I. Die Landstriche von Schirati am Victoria-Njansa bis zum Ostafrikanischen Graben.
Die von der Expedition in mehreren Teilkolonnen durchzogenen Gebiete von Schirati bis zum Graben haben im allgemeinen eine Höhe von 1250 bis 2100 m über dem Meeresspiegel. Niedriger sind nur die Landstriche vom Victoria-Njansa bis etwa zwei Tagereisen landeinwärts. Für die erstgenannten Gebiete schwankt die Tagestemperatur nach den mit dem Maximum- und Minimumthermometer vorgenommenen Messungen zwischen 11,1 und 36,1 0.
Das Land steigt von Schirati nach Osten und Südosten zu allmählich an bis zu der durch das Tal des Maraflusses gebildeten großen, bis zu .40 Km. breiten Senke. Etwa halbwegs zwischen der deutschenglischen Grenze und dem Mara windet sich der Mori von Osten nach Westen und ergießt sich südlich Schirati in den Victoria-Njansa. Zwischen den Flüssen und nördlich des Mori finden sich größere, für Ackerbau und Viehzucht geeignete, mehr oder weniger leicht gewellte Länderstrecken. Die Wasserscheide zwischen Mori und Mara wird von einem etwa 5—7 Kin breiten, 1700 m. hohen Hochplateau in einer
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