Britisch- und Deutsch-Ostafrika als Siedlungsgebiet für Europäer. 41
Ende der Usambarabahn, wie nach Voi ist die Verseuchung beider Straßen durch Tsetse hinderlich. Nach Mombo — oder jetzt nach Mkum- bara — sind in der Regenzeit Ochsenwagen meist überhaupt nicht zu haben, da die Buren, welche hierfür in erster Linie in Frage kommen, aus Furcht vor zu großen Verlusten an Tieren nicht zum Fahren zu bewegen sind.
Es muß ohnehin schon nach den eingehenden Erhebungen, welche nach dieser Richtung hin angestellt sind, mit einem Verlust von 30 bis 50°/o der Zugtiere gerechnet werden. Die Kosten betragen für den Zentner vom Endpunkt der Usambarabahn bis Moschi durchschnittlich 10 Rp., darüber hinaus bis Aruscha 12, ja sogar bis zu 14 Rp. Die noch teurere Beförderung von Lasten mit Trägern stößt auf die Schwierigkeit, daß die Bergvölker des Meru überhaupt nicht, die des Kilimandjo.ro sehr schwer zu Trägerdiensten außerhalb ihres Berglandes anzuwerben sind, ganz besonders scheuen sie aber den Abstieg nach dem Ruwu und den noch tiefer gelegenen Gebieten der Usambarabahn.
III. Kritische Betrachtungen über die durchreisten nördlichen Gebiete Deutsch-Ostafrikas.
a. Gesundheitsverhiiltnisse.
Für die Aufgabe, die der Kommission gestellt ist — die klimatischen und wirtschaftlichen Bedingungen für generationslange Ansiedelung Weißer in Deutsch-Ostafrika zu prüfen — fallen die Gebiete an der Küste und die Niederungen im Inneren nach dem heutigen Standpunkt der Tropenhygiene von vornherein weg.
Zur klimatischen Beurteilung der hoch gelegenen Gebiete sind die Gesichtspunkte maßgebend gewesen, daß die physiologischen Lebensbedingungen sür die weiße Rasse erst in der kühlen Vergluft von mindestens 1000 m, über dem Meere zu erwarten sind, und daß die Abwesenheit von tropischen Krankheiten, speziell von Malaria, gewährleistet sein muß.
Wie aus der zuvor gegebenen Darstellung hervorgeht, entsprechen diesen Voraussetzungen von den bisher bereisten Gegenden die gewaltigen Gebirgsstöcke des Kilimandjaro und Meru und weite Hochplateaus, die teils südlich, westlich und nordwestlich an diese Berge angrenzen, teils zu beiden Seiten des ostafrikanischen Grabens sich erstrecken, nach Westen bis in die Nähe des Victoria-Njansas reichend,