Teil eines Werkes 
Teil 1 = Bd. 1 (1912) Deutsch-Ostafrika als Siedelungsgebiet für Europäer unter Berücksichtigung Britisch-Ostafrikas und Nyassalands : Bericht der 1908 unter Führung des damaligen Unterstaatssekretärs Dr. von Lindequist nach Ostafrika entsandten Kommission
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Dr. v. Lindequist.

wurden. Es wurden neben steinigeren Partien sanfte Hänge und größere Hochebenen mit guten Futtergräsern durchwandert, die von verschiedenen Quellbächen durchslossen werden. An mehreren Stellen sichren bequeme Wild- und Viehpfade in die Ebene. Während sich auf der Terrasse Fahrwege ohne Schwierigkeit herstellen lassen, würde ein solcher von der Terrasse nach Engaruka einige, wenn auch nicht übermäßig große Kosten verursachen, da ein steiler, aber nur kurzer Abfall zu überwinden ist.

II. Das Meru- und Kilimandjarogebiet.

Zwischen den Landschaften Ufiome. Mangati, Umbugwe und dem durch die beiden Natronfeen begrenzten Teil des Ostafrikanischen Grabens einerseits und dem Kilimandjaro-Merugebirgsstock andererseits zieht sich ein ausgedehntes Grasland hin, welches nach dem derzeitigen Stand der Geländekenntnis im allgemeinen als nicht besonders reich­lich bewässert gelten muß, wobei allerdings zu bemerken ist, daß während der Reise der Expedition durch ausgesandte Patrouillen mehrere bisher unbekannte Wasserstellen aufgefunden worden sind. Eine stärkere Bewässerung findet sich erst da, wo die Flüsse und Bäche des Meru und Kilimnndjaro die Steppe erreichen. Dagegen wurde in jenen Steppengebieten sast durchweg gutes, zum Teil vorzügliches Gras gesunden.

Die Verbindung zwischen Aruscha und Ufiome, sowie von dort weiter nach Mnngati und dem Gurui ist eine gute und der Weg schon jetzt für Ochsenwagen leicht passierbar, ohne daß an der Straße oder an Wasserstellen nennenswerte Verbesserungen erforderlich wären. Die größte Wasserader ist der nicht dauernd fließende, aber auch in der trockensten Zeit nn den verschiedensten Stellen reichlich Wasser führende Tarangiribach, welcher sich zwischen Kondoa-Jrangi und Umbugwe hinzieht. Zwischen Jraku, Umbugwe und dem Meru ist gleichfalls ein Weg für Ochsenwagenverkehr ohne zu große Kosten herzustellen. Auf dem Verbindungswege zwischen Aruscha und dem Graben am Nordende des Manjarasees dürfte das Haupthindernis für dessen Befahrung mit Ochsenwagen in der Trockenzeit behoben sein, wenn sich die neuerdings erstattete Meldung eines Feldwebels von der Auffindung mehrerer nie versiegender Wasserstellen an diesem Wege als zutreffend erweist, für seine weitere Benutzung durch den Graben nach der Landschaft Engotiek und nach Ngorongoro ist noch die Tsetsefrage einer verhältnismäßig kurzen Strecke von mehreren