Einleitung.
Anlaß und Zweck der Reise. — Deutsche und russische Goldwährung. Ist die Golddecke zu kurz? — Gold als Zahlungsmittel aller Kulturnationen. Notwendigkeit der Entwicklung von Goldminen auf deutschem Reichsgebiet, Kolonialgebiet oder in deutscher Interessensphäre. Frühere Studien in Sibirien, Mongolei, Schantung, Japan und Mandschurei. Einfluß der klimatischen Verhältnisse auf die geologische Entwicklung und auf die Bearbeitung der Goldfelder. Besondere Verhältnisse des Polargebietes. - - Wasserversorgung Zusammenhang der speziellen Interessen des Goldgräbers mit allgemeinen Kulturfragen und Landesinteressen. Gold wird geerntet wie das Korn. Abhängigkeit von den Lohnverhältnissen.
Im Sommer des Jahres 1906 trat ich mit Unterstützung des Preußischen Kultusministers eine Studienreise nach dem äußersten Nordwesten Amerikas an, welche mich durch das Innere des gewaltigen, dort neu erschlossenen Polarlandes bis an die ostasiatische Grenze der alten Welt an der Beringstraße führte. Nach meiner Rückkehr habe ich die Ergebnisse dieser eigenartigen Nordlandsfahrt gesichtet und teile nunmehr dasjenige mit, was von allgemeinerem Interesse sein dürfte.
Den Zweck meiner Reise bildeten in erster Linie Studien über das Vorkommen und die Gewinnung des Goldes in Alaska. Ähnliche Fragen haben meine Aufmerksamkeit in anderen Teilen der Erde bereits seit bald zwei Jahrzehnten auf das lebhafteste in Anspruch genommen, und zwar namentlich infolge einer nationalen Erwägung. Im Verlauf der Ereignisse von 1870/71 ist Deutschland zu seiner Goldwährung gelangt, und zwar auf Grund der französischen Kriegskontribution. Diese 5 Milliarden Francs oder 4 Milliarden Mark in Gold bestanden aber infolge einer eigentümlichen Verkettung von Umständen im wesentlichen aus kalifornischem Gold, dort im fernen Westen in den sechziger Jahren des wildesten Goldfiebers gewonnen. Die kapitalkräftigen Handelsstaaten England und Holland hatten
Erdmann, Alaska. 1