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Die deutsche Flagge im Stillen Ozean : mit einer Karte der Südsee / von v. Grapow, Admiral z. D.
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b. Die Verkehröauösichten im südlichen Stillen Ozean mit besonderer Berücksichtigung des Panama-Aanalö.

US der umfangreichen Literatur über dieses Thema seien nur einige kurze Bemerkungen erlaubt; das JahrbuchNautikus ZgZI" bringt darüber Ausführliches. Die frühere Überschätzung des Panama-Ranals für Europa hat einer gewissen Ernüchterung Platz gemacht. 8ür unsere deutsche Reederei wird voraussichtlich von Vorteil sein, daß der Ranal die Möglichkeit bietet, die bis­herigen rvege nach (vstasi'en und Australien in Rundreisen um den ganzen Erdball zu erweitern, von denen auch unsere Güdsee- kolonien oder ein vergrößerter Besitz daselbst Nutzen haben werden. Solche Rundreisen sind für den Reedereibetrieb namentlich deshalb wertvoll, weil sie den Verkehr unabhängig von neutralen Ztnd- hafen in Amerika, (5hina, Japan, Australien machen. Voraussetzung dabei ist allerdings, daß wir für ausgebaute Stützpunkte in Neu- Guinea, dem Bismarck-Archipel und Samoa Sorge tragen, was aber schon aus militärischen Gründen (s. u.) notwendig ist. Strom- und Windverhältnisse begünstigen übrigens auch eine Rundfahrt über Südamerika und die Mangellhanftraße; die Entfernung von Samoa nach Panama und Valparaiso ist fast gleich (ca. 5400 sm.)^) Den größten Vorteil von dem Panama-Ranal wird das fran­zösische Tahiti haben, das auf dem direkten und annähernd halben U?ege zwischen Panama und Sydney (4530 sm. und Z32><) sm.

Ls ist angesichts der politischen Verhaltnisse heute kaum zu sagen, ob sich eine deutsche Linie durch den Stillen Gzean über Südamerika nicht vielleicht besser rentieren wird als über Panama.

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