Druckschrift 
Die deutsche Flagge im Stillen Ozean : mit einer Karte der Südsee / von v. Grapow, Admiral z. D.
Entstehung
Seite
8
Einzelbild herunterladen
 

2-. Weltwirtschaft, N)eltpolitik und Nolonial-

politik.

ann eine Macht wie das Deutsche Reich nach diesem Kriege überhaupt auf eine Welt- politik im weitesten Sinne verzichten? Keines­falls! wir leben nicht mehr im Zeitalter der Eisenbahnen, wie man die letzte Hälfte des Fg. Jahrhunderts nannte. Allen Groß­mächten und solchen, die es werden wollen, ist das Rleid in diesem alten Erdteil zu eng geworden; der Mensch von heute hat sich Meer und Luft in ganz anderer weise zu Diensten gemacht als damals. Der alte Wahrspruch navixare necesse est, vivere non neeesse S8t hat erst heute seine volle Bedeutung erlangt, wo Wasser und Luft die Länder nicht trennen, sondern verbinden. wir leben im Zeitalter der drahtlosen Telegraphie und des schnellen Weltverkehrs, der die ganze Erde viel kleiner gemacht hat und auch uns zwingt hinauszugehen, uns überall sehe», zu lassen, um nicht Entwickelungsmöglichkeiten zu versäumen, und um unsere politische Stellung, die wir uns mit Blut und Sorgen mühsam erworben haben, behaupten zu können!

Die Geschichte hat uns gelehrt, daß ein ausdehnungsbedürftiges Volk mit Notwendigkeit durch Handel und Industrie zur Weltpolitik gezwungen wird. Das klassische Beispiel gibt uns Hollands und dann Englands Entwickelung. Spaniens Weltherrschaft ging zu­grunde, weil ihr die wirtschaftliche Basis fehlte. Aber die Ge­schichte lehrt auch, daß ein Staat Weltwirtschaft und Weltpolitik nur in Verbindung mit einer zielbewußten Aolonialpolitik treiben