6. Die wirtschaftlichen Verhältnisse in der
Südsee.
-Mn^enn man die wirtschaftlichen Verhältnisse in der Südsee be- -DA^ trachtet, so muß man sich darüber klar werden, daß es sich überall — auch in den fremden Kolonien daselbst — um Werte und Erzeugnisse handelt, die erst im letzten Jahrzehnt in lebhafter Entwickelung begriffen sind; das trifft namentlich für Ropra, Kakao, Vanille, Gummi zu, wahrend hochprozentige Mneral-Phosphate, Nickel, Chrom (Neu-Taledonien), Perlmuscheln, wichtige Teile der Weltproduktion ausmachen. Als Ausfuhrgebiet für europäische LVaren hat dagegen die Güdsee vorläufig noch keine große Zukunft. Das drückt sich auch, wie später zu sehen ist, dadurch aus, daß fast überall die Ausfuhr aus der Güdsee großer ist als die Einfuhr. Die Handelsftatistik ist also eine aktive, während die unserer afrikanischen Kolonien mit Ausnahme von Güdweftafrika passiv ist. In Südwestafrika bewirkte aber lediglich die im Jahre mit 30 Mllionen bewertete Ausfuhr von Diamanten eine aktive Bilanz. Bis heute weist die Handelsstatistik unserer Südseekolonien allerdings im vergleich zu der unserer afrikanischen Kolonien geringere Zahlen auf (s. die Tafel am Schlüsse). Aber man muß berücksichtigen, daß z. B. Neu-Guinea und der Bismarck-Archipel zum größten Teil überhaupt noch nicht erschlossen sind. Es ist klar, daß in einem Gebiet wie Neupommern, einer der fruchtbarsten Inseln des Weltalls, und Neu- Guinea, das durch die neuesten Erforschungen und ZH)4 durch Thurnwald und die Sepik-Expedition erst bekannt geworden ist, die koloniale Entwickelung — im Gegensatz zu Afrika — erst beginnt. Schließlich muß in Betracht gezogen werden, daß die Eröffnung des Panamakanals einen großen Einfluß auf die Entwickelung
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