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Die Besiedlung Deutsch-Ostafrikas / Paul Samassa
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VII

Arbeiterfrage und Eingeborenenpolitik

Im letzten Abschnitt habe ich zu zeigen versucht, daß Europäerkulturen die Volkswirtschaft des Landes, wie auch das Wohl der Eingeborenen, weit mehr fordern als Ein­geborenenkulturen. Werden die dort vorgebrachten Argu­mente als beweiskräftig angesehen, dann ist es auch Pflicht der Regierung, mit allem Nachdruck die Ausdehnung der Europäerkulturen zu unterstützen. Diese find aber an die Voraussetzung gebunden, daß sie genügend schwarze Arbeits­kräfte zu ihrer Verfügung haben. In manchen Fällen ist der Bedarf daran so geringfügig, daß die Beschaffung der nötigen Arbeiterzahl kaum auf Schwierigkeiten stoßen kann, z. B. bei der Viehzucht. In andern Fällen ist die Bevölkerung an sich geneigt, beim Weißen zu arbeiten, und es bedarf hierzu keines besondern Drucks; dies gilt vor allem von den Wanyamweß. Es ist anzunehmen, daß nach Ausbau der Zentralbahn bis labora Unternehmungen von Weißen längs der Bahn ent­stehen, falls dem nicht seitens der Regierung Schwierigkeiten

in den Weg gelegt werden. In andern Teilen des Landes

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