Europäer- oder Eingeborenenkulturen?
Für die Politik, die wir in unsrer Kolonie befolgen, muß es von entscheidender Bedeutung fein, ob wir die Tätigkeit des Weißen als einen wesentlichen Faktor in der wirtschaftlichen Produktion ansehen, es für wünschenswert halten, daß eine möglichst große Zahl von Weißen in der hier dargelegten Weife als Besitzer von Land den Produktionsprozeß leitet, oder ob wir der Anßcht sind, daß dies besser dem selbständigen Eingeborenen zu überlassen ist. Der Gegenfatj Eingeborenenoder Plantagenkulturen trifft den Kern der Sache nicht ganz; es muß besser heißen: Eingeborenen- oder Europäerkulturen? Man hat steh in kolonialpolitifchen Kreisen, insbesondre des Reichstags, dem Dilemma so entziehen zu können geglaubt, daß man sagte: man müsse das eine tun und das andre nicht lassen, es könnte sehr gut beides nebeneinander bestehen. Das ist an steh zwar richtig, es enthebt aber nicht der Notwendigkeit, zu der Frage doch Stellung zu nehmen; denn es ist natürlich ein großer Unterschied, ob man die Eingeborenenkulturen als das Wünschenswerte, die Europäerkulturen nur als